Welche Sender gibt es in meiner Umgebung?

Welche Sender gibt es in meiner Umgebung?

Mobilfunk braucht Sender um zu funktionieren. Doch wo stehen diese und welche gibt es in deiner Umgebung? So findest du alles dazu heraus.

Sendekataster: Welche Mobilfunkanlagen gibt es wo?

Wenn du wissen willst, welche Sendeanlagen es in deiner Umgebung gibt, dann schau hier im Sendekataster. Das ist eine offizielle Seite des Bundesministeriums, die gemeinsam mit der RTR und dem Forum Mobilkommunikation betrieben wird. Hier findest du alle Standorte der aktuell in Betrieb stehenden Mobilfunk- und Rundfunkstationen in Österreich.

Dabei kannst du entweder direkt nach einer bestimmten Adresse suchen, oder aber mittels Karte navigieren. Abgebildet sind die Sendeanlagen als kleine Punkte. Klickst du auf einen, zeigt es dir verschiedene Informationen an.

  • Funkdienst: Hier wird genannt, ob die Anlage zum Beispiel für Mobilfunk, für Hörfunk oder andere Bereiche verwendet wird.
  • Trägerstruktur: Es gibt nicht nur Sendemasten. Die Anlagen können zum Beispiel auch auf Dächern angebracht sein.
  • Protokolle: Ob mittels GSM, UMTS, LTE oder 5G gesendet wird, findest du in diesem Feld.
  • Sendeleistung: Die Sendeleistung wird in Watt angegeben. Gemessen wird hier die Antenneneingangsleistung, die über die maximale, technisch mögliche Leistung informiert. Dabei entspricht eine höhere Leistung nicht gleich auch höheren Immissionen im Umfeld eines Standortes.
Auf sendekataster.at kannst du alle Sendeanlagen deiner unmittelbaren Umgebung sehen. Sie sind als bunte Punkte dargestellt: Türkise Punkte sind Mobilfunkstationen, violette sind Rundfunkstationen und dunkelblaue sind Messpunkte. Der rote Punkt zeigt den Standort der Suche.

Hast spezielle Fragen zu einem bestimmten Sender, so kannst du direkt eine Nachricht an senderkataster.at schicken.

Warum gibt es so viele Sender?

Jeder Sender deckt nur einen bestimmten Bereich ab. Dieser wird Funkzelle genannt. Je nach gesendeter Mobilfunkfrequenz können Funkzellen unterschiedlich groß sein. In Ballungsräumen wie Städten sind Funkzellen für gewöhnlich klein und dafür sehr leistungsstark, weil viele Nutzer das Netz gleichzeitig verwenden. In ländlichen Gebieten sind Funkzellen viel größer, um ein möglichst großes Gebiet abdecken zu können. Gebiete ohne Netzabdeckung nennt man auch Funklöcher.

Wie funktioniert Mobilfunk? Sobald du jemanden mit dem Handy anrufen möchtest, fragt dein Handy bei der Basisstation am Sendemast per Funk an, ob das andere Handy erreichbar ist. Dieses Signal wird vom Sendemast per Richtantenne oder Kabel an den Zentralcomputer des Providers (Anbieter) gesendet. Dort wird abgefragt, wo dich das andere Handy befindet und eine Verbindung hergestellt. Sobald du dich außerhalb einer Funkzelle befindest, hast du kein Netz. Dein Anbieter kann nicht mehr feststellen wo du bist und dir keine Signale mehr zukommen lassen. Das heißt, du hast keinen Empfang, kannst nicht telefonieren, surfen und auch keine SMS bekommen.

Üblicherweise haben Funkzellen eine Ausdehnung von 20 Kilometern, je nach Funkstandard auch zwischen 35 und 70km. Kleine Small Cells reichen hingegen nur wenige Meter. Die größte Reichweite einer Funkzelle liegt bei rund 150 km.

Damit es nicht zu Funklöchern, also Gebiete ohne Empfang, kommt, sind Funkzellen überlappend angeordnet. Die Standorte von Funkzellen sind oft so gewählt, dass falls eine ausfällt, die benachbarten Zellen übernehmen können.

Wieviele Sender gibt es in Österreich? Mehr als 18.000 Mobilfunkstationen senden in Österreich von Dächern, Türmen, Mobilfunkmasten, hohen Gebäuden und Hochspannungsleitungsmasten. Rund 43% der Stationen werden von mehreren Mobilfunknetzbetreibern gemeinsam genutzt.

Hat jeder Anbieter auch ein eigenes Netz? Nein, es gibt in Österreich nur drei Mobilfunknetzbetreiber: A1 Telekom Austria, Magenta Telekom und Hutchison Drei Austria. Alle anderen Marken sind einem dieser drei Netze zugeordnet.

Sendemasten werden sowohl für das Fernsehen, zum Beispiel für DVB-T, aber auch für den Mobilfunk verwendet. Sowohl GSM (2G), als auch UMTS (3G), LTE (4G) und New Radio (5G) werden darüber übertragen. Meistens senden Mobilfunk-Basisstationen mit 10 bis zu 50 Watt. Auch Radiosendungen werden in ähnlicher Stärke übertragen. Fernsehübertragung kann hingegen mehrere 100.000 Watt betragen.

Wo ist das Netz am stärksten?

Sendemasten werden zumeist erhöht angebracht, damit ihre Reichweite möglichst hoch ist. Darum stehen sie oft auf einem Berg oder auf einem hohen Gebäude. Wären sie im Tal angebracht, würde ein Großteil des Signals durch Häuser, Bäume oder die Erde „verschluckt“. In der Stadt können sie hingegen auch niedriger angebracht sein, da hier die hohe Reichweite weniger wichtig als die hohe Sendeleistung ist. Hier könnte es bei zu großer Reichweite sogar eher zu Störungen durch andere Anlagen kommen, die dieselben Funkfrequenzen nutzen.

Wenn du wissen willst, welches Netz bei dir am stärksten ist, schau doch hier in unsere SpeedMap. Durch über 15 Millionen Messungen können wir dir sagen, welche Ergebnisse andere Kunden an deinem Standort erreichen.

Sind diese Sendeanlagen gefährlich?

Glücklicherweise nicht! Zudem gibt es sehr strenge rechtliche Vorgaben zum Betrieb von Funkanlagen in Österreich. Die Anlagen senden elektromagnetische Wellen aus, mit denen der Mobilfunk funktioniert. Dabei müssen Sicherheitsabstände eingehalten werden, die je nach Antennenleistung meist zwischen sechs und neun Meter betragen. Dieser Bereich liegt hoch über dem Boden direkt vor der Antenne. Damit niemand in diesen Bereich spazieren kann, etwa auf einem Flachdach, gibt es bauliche Maßnahmen, die verhindern, dass man sich dieser Strahlung aussetzt.

Die Strahlung verursacht Wärme. Diese wird mit dem SAR – Wert gemessen, der spezifischen Absorptionsrate. Genauer gesagt misst dies, wie stark ein elektromagnetisches Feld in ein Material eindringt und dieses erwärmt. Der Temperaturanstieg von Mobilfunkfrequenzen kann eine lokale Höchsterwärmung um 0,1 bis 0,2 Grad der Körpertemperatur ausmachen. Zum Beispiel ist Sonnenenergie oder Infrarotstrahlung um ein Vielfaches stärker.

Genau überprüft werden die Strahlungswerte über die Messpunkte, die in der Karte als dunkelblaue Punkte dargestellt werden. Diese messen einen Frequenzbereich von 80 MHz bis 2,5 GHz durch den TÜV Österreich sowie der Technischen Hochschule Deggendorf/Bayern im Auftrag des Forum Mobilkommunikation. Auch die WHO gibt hier strenge Richtlinien vor, so dürfen Handys etwa den maximalen Grenzwert von 2,0 W/kg nicht überschreiten.

Mehr zum Thema Sicherheit beim Mobilfunk findest du in unserem Ratgeber 5G Gesundheit und Strahlung.

( Artikel veröffentlicht am: 05.05.2022 )

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Über die Autorin
Geschrieben von Mag. Victoria Breitsprecher, MA
Mag. Victoria Breitsprecher, MA
Victoria ist technische Redakteurin bei tarife.at. Sie bringt hochkomplizierte, technische Begriffe in eine verständliche Sprache. Unterstützung bekommt die Technik-Liebhaberin von ihrem Büro-Hund, Herr Baron 🐶.