Fair Use meint eine “normale” Nutzung von Mobilfunk und Internet. Die entsprechende Klausel in Telekommunikationsverträgen unterbindet Extremnutzung.
Fair Use, zu Deutsch „angemessene Verwendung“, ist eine Klausel auf die sich Internet- und Mobilfunkanbieter zur üblichen Anwendung berufen. Ähnlich wie im Supermarkt, wo Angebote oft nur in haushaltsüblichen Mengen abgegeben werden, gilt auch bei Tarifen mit unlimitiertem Datenvolumen oder Telefonie, dass Extremnutzung untersagt ist.
Extremnutzung ist kein “normales” Vieltelefonieren oder Streaming, sondern zum Beispiel 20 Stunden pro Tag Dauertelefonie an jedem Tag oder hunderte Filme, die runtergeladen werden. Solange Du Dein Handy und Internet in einem völlig normalen Maß gebrauchst, musst Du Dir keine Sorgen machen. Durch einen Serienmarathon mit Streaming oder das ständige Telefonieren mit der besten Freundin wird aus Dir noch kein unfairer Nutzer. Da musst Du definitiv keine Strafen durch Deinen Anbieter befürchten.
Leistung für alle
Der Sinn einer Fair Use-Klausel liegt vor allem darin, dass normales Netzwerkmanagement für den Anbieter schlichtweg nicht möglich ist, wenn Einzelpersonen die Tarife so übermäßig nutzen, dass die Leistung der normalen Nutzer:innen einschränkt wird. Damit alle Nutzer:innen eine möglichst gleichwertige Erfahrung machen können, sollen Fair Use-Klauseln verhindern, dass sich einzelne User unfair gegenüber den anderen Usern und dem Anbieter verhalten.
Strafmaßnahmen bei Extremnutzung
Dauernutzung von Roaming zum Beispiel kann dazu führen, dass der Anbieter den Nutzer sperrt oder bestimmte Leistungen drosselt. Auch ein Aufschlag ist erlaubt, da ein Tarif in dem Land abgeschlossen werden soll, in dem die Nutzung überwiegend stattfindet. Ebenso können auch bei unlimitierten Internettarifen extremes Datenvolumen von riesigen Datenmengen im Monat zu einer Strafmaßnahme durch den Anbieter führen. Wie hoch ist eine “riesige Datenmenge”? Das variiert mit der Zeit. Vor über 10 Jahren galt ein Terabyte bei Internettarifen als Extremgrenze, heute ist das mittlerweile ein Verbrauch, den auch normale Nutzer durchaus erreichen, weil unser Datenverbrauch so stark angestiegen ist. Nur zum Vergleich: 2014 verbrauchte ganz Österreich im Mobilfunk 166.000 Terabyte. Der Datenverbrauch ganz Österreichs im Jahr 2024 im Mobilfunk betrug insgesamt 4.947 Petabyte (oder 4,9 Mio. Terabyte).
Streitfrage Nutzung von Handytarif in Router
Lange Zeit war die Nutzung von Handys-SIMs in Routern nicht erwünscht und wurden bestraft. Heute ist dies eine Grauzone. Laut Netzneutralitäts-Verordung der EU wird in Verordnung 2015/2120, Artikel 3 gestattet, das Endnutzer:innen das Recht haben ein Endgerät ihrer Wahl zu nutzen. Dies bestätigt mittlerweile auch die RTR.
Bei den Anbietern sieht man das aber teilweise etwas kritisch: Bei A1 soll es keine Einschränkungen oder Drosselungen geben. Bei Magenta und Drei wird davon abgeraten eine Handy-SIM in einen Router zu stecken.
( Zuletzt aktualisiert: 28.08.2025. Ursprünglich veröffentlicht: 11.03.2020 )