Das Angebot an Ökostromtarifen ist in Österreich glücklicherweise groß. 💚 Doch welches Zertifikat für Ökostrom gibt es? Und welche Anbieter sind vertrauenswürdig?
Zertifikate gibt es viele, doch wer stellt sicher, dass der gelieferte Strom auch wirklich umweltverträglich ist und nachhaltig erzeugt wurde? Wir haben alle Infos zu Ökostrom zusammengetragen und nennen Dir auch das sicherste Zertifikat für österreichischen Strom: Das Österreichische Umweltzeichen (UZ 46).
Kennzeichnung von Ökostrom
Bereits seit 2001 gibt es in Österreich die Stromkennzeichnungspflicht. Da waren wir Vorreiter, in der EU ist dies seit 2010 der Fall. Seit 2025, gemäß §80 - §87 des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes (ElWG), sind die Stromanbieter gesetzlich dazu verpflichtet den Ursprung und die Zusammensetzung der gelieferten Energie auf der Stromrechnung detailliert anzugeben.
Es gibt aber leider ein Problem: Die Stromkennzeichnung ist teilweise intransparent und manche Anbieter nutzen Zertifikate um Strom “grünzuwaschen”. Nur bei gemeinsamen Erwerb von Energie und Herkunftsnachweisen (auch “gemeinsamer Handel” genannt) steckt auch wirklich nur der Strom drinnen, den man als Ökostrom kaufen möchte. Mehr Infos dazu in unserem Ratgeber Sauberer Strom: Stromkennzeichnung, Herkunftsnachweis und gemeinsamer Handel.
Der „Strommix“ der großen österreichischen Stromanbieter setzt sich zu unterschiedlichen Mengen aus den folgenden Quellen zusammen:
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Grüne, erneuerbare Energie: Hierzu zählen Wasserkraft, Windkraft, Biomasse und Sonnenkraft.
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Energie aus fossilen Quellen: Dazu zählen Gas, Öl und Kohle.
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Atomstrom
Moment, Atomstrom in Österreich? Ja, der österreichische Strommix enthält noch immer bis zu 13 Prozent Atomstrom. Dies liegt daran, dass Stromherkunftsnachweise unabhängig vom verkauften Strom gehandelt werden dürfen. Damit Du keinem Etikettenschwindel aufliegst, kommt es deutlich auf den gemeinsamen Handel und das UZ 46-Zertifikat an.
Das Österreichische Umweltzeichen (UZ 46)
In Österreich gibt es ein wichtiges und glaubhaftes Ökostromzertifikat: Das Österreichische Umweltzeichen (UZ 46). Dieses signalisiert auf den ersten Blick, dass es sich bei einem Angebot um zu hundert Prozent echten Ökostrom handelt.
Sicheres Ökostromzertifikat für Strom:
Heimischer Ökostrom, der mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet wurde, ist frei von atomarer Energie oder Strom aus fossilen Quellen. Anbieter, die Atomstrom oder Strom aus fossilen Quellen selbst erzeugen oder auch nur damit handeln, dürfen das Zertifikat nicht erhalten. Außerdem verpflichten sich die zertifizierten Stromanbieter dazu in neue Anlagen zur Gewinnung von Energie aus Wasserkraft, Wind, Biomasse und Sonne zu investieren. Das Zertifikat des Österreichischen Umweltzeichens leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende.
Leider gibt es auch andere Zertifikate, die keine verbindliche Sicherheit bieten. Diese bieten wir nicht ab, denn dabei gibt es das Problem von Greenwashing, bei denen manche Stromanbieter hinter den Kulissen mit Wasserkraftzertifikaten handeln, die verbergen, dass sie eigentlich keinen grünen Strom produzieren. Durch den Zukauf dieser Wasserkraftzertifikate dürfen sie den Strom offiziell als Ökostrom anbieten. Besonders undurchsichtig läuft dies, wenn der Handel über Tochtergesellschaften abgewickelt wird. Beim UZ 46 muss man hingegen kein Greenwashing befürchten, hier gibt es strenge Kontrollen.
Grüne Ziele für die Energiewende
Die Stromerzeugung aus Sonnen-, Wind- und Wasserkraft ist wesentlich kostengünstiger als die Erzeugung aus fossilen Energieträgern. Erneuerbare Energie ist nicht nur kostensparend, sondern senkt auch die Importabhängigkeit. Im Moment werden in Österreich rund zwei Drittel des Stromerzeugnis aus Wasserkraft gewonnen. Strom aus thermischen Kraftwerken halten einen Anteil von etwa 22 Prozent, Windkraft liefert rund 10 Prozent. Bis 2030 soll der gesamte Stromverbrauch Österreichs durch nachhaltigen Strom gedeckt werden. Um das zu schaffen braucht es hierzulande einen Ökostrom-Ausbau von 27 TWh. Davon sollen 11 TWh auf Photovoltaik (PV) entfallen, 10 TWh auf Windkraft, 5 TWh auf Wasserkraft und 1 TWh auf feste Biomasse.
Der Stromanbieter-Check von Global 2000
Besonders löblich ist auch der Stromanbieter-Check der Umweltorganisation Global 2000 von 2024/25. Die Organisation prüft nach, welchen Strom die Anbieter verkaufen und woher sie ihn beziehen, wie naturverträglich die erneuerbaren Kraftwerke der Anbieter sind und wieviel in Erneuerbare Energien investiert wird. Außerdem zeigt der Check auf, ob der Anbieter am Betrieb von Kohle- und Gaskraftwerken oder gar Atomstrom beteiligt ist.
Dabei teilt Global 2000 die Anbieter in drei Kategorien:
- Treiber der Stromzukunft
- Solide Grünstromanbieter
- Intransparente Stromanbieter
Weiterführende Links
( Zuletzt aktualisiert: 13.01.2026. Ursprünglich veröffentlicht: 16.01.2023 )