boon stellt Dienst ein

Verfasst am 4.8.2020

Wer Swatch-Pay, Fitbit Pay oder ein anderes Wallet nutzt, hat häufig auch boon verwendet. Nun stellt boon mit 3. Oktober 2020 seine Dienste ein. Wir zeigen auf, welche Dienste davon betroffen sind und wie du nun mit einem boon.Account umgehen solltest.

Bilanzskandal und tiefer Fall von Wirecard

Die Insolvenz von Wirecard schlägt beim Mobile Payment ein wie ein Donnerschlag: Denn seit 2015 bietet Wirecard die beliebte App boon an, die häufig mit Apple Pay, Google Pay, Garmin Pay, Fitbit Pay, Swatch Pay und Wena verwendet wurde.

Nach dem Skandal mit dem Verdacht auf Geldwäsche und der Meldung durch Wirecard, dass Guthaben auf Treuhandkonten über 1,9 Mrd. Euro mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht existieren, stürzte nicht nur der Aktienkurs ins Bodenlose, auch das Vertrauen in die neue Zahlungsmethoden wurde stark erschüttert. Nun müssen auch Dienste von Wirecard wie zum Beispiel boon eingestellt werden.

Was tun mit einem boon – Konto?

Wer ein aktives boon-Konto hat, sollte dazusehen, das vorhandene Guthaben möglichst bald auszugeben. Dies betrifft die Kontoformen boon.BASIC und boon.PLUS. Denn mit 3. Oktober 2020 wird der Dienst eingestellt.

Es ist auch möglich, sich das Restguthaben auf das Bankkonto zurückbuchen zu lassen, doch dies kann bis zu 21 Tagen dauern. Hier ist es wohl sinnvoller schnell noch damit zu bezahlen. Die NFC-Funktion zum Zahlen bleibt bis zur Schließung bestehen.

Damit keine Restguthaben entsteht, kannst du zum Beispiel einen Gutschein über die genaue Summe bei einem Unternehmen deiner Wahl kaufen. Oder aber vor einer bestimmten Zahlung noch die Differenz zwischen Rechnung und Guthaben auf das boon-Konto zu überweisen. Damit bringt man das boon-Konto nach der Abrechnung auch auf Null.

Achtung, Zusatzgebühren

Wer sein Konto bis zum 3. Oktober 2020 nicht auf Null bringt, muss mit Gebühren von 2,50 Euro rechnen. Diese werden monatlich auf ein vorhandenes Guthaben eingehoben, bis dieses verbraucht ist. Ab der Schließung ist es noch sechs Jahre möglich, ein eventuelles Guthaben zurückzufordern. Danach verfällt es.

Automatisches Aufladen deaktiviert

Wer bislang Auto-Top-Up, die automatische Aufladefunktion, nutzte, muss nicht befürchten, dass weiteres Geld auf das boon - Konto aufgeladen wird: Die Funktion wurde durch boon bereits deaktiviert.

Früher war es durch die automatische Aufladefunktion möglich zu bestimmen, dass bei der Unterschreitung eines gewissen Betrags das Konto automatisch bis zu einem bestimmten Betrag wieder aufgeladen wurde.

Alle Daten mitnehmen

Denk daran, dass die App nur noch bis zum 3. Oktober 2020 funktionieren wird. Daher ist es sinnvoll sich alle vorhandenen Kontoauszüge schon vorher herunterzuladen. Alle deine Daten, wie Kartendetails und Transaktionshistorien, müssen noch sechs Jahre lang durch Wirecard aufbewahrt werden. In die App kannst du dich nach der Schließung aber nicht mehr einloggen.

Time to say Goodbye

Ist das Restguthaben aufgebraucht oder zurückerstattet worden, und daher das Konto auf Null gebracht, und alle Daten und Kontoauszüge gesichert, ist der schwierigste Teil vorbei. Danach ist es zwar nicht notwendig alle hinterlegten Bankkarten aus der App zu entfernen, aus Sicherheitsgründen würden wir es aber trotzdem empfehlen. Nun kannst du den boon.Account kündigen und die App löschen.

boon.Planet bleibt vorerst

Im Moment ist laut boon nur der Service der Prepaid Mastercard betroffen, die Banking App boon.Planet mit dem zugehörigen Bankkonto bleibt aber (noch) bestehen. Ob weitere Dienste von Wirecard aber auch fallen werden, ist unsicher.

Weitere Infos und Kontakte gibt es auf der Seite von boon.

Jetzt Handytarife finden!

tarife.at findet den besten Handytarif