Versteckte Preistreiber im Mobilfunk

Verfasst am 28.3.2019

Dass bei einem Tarifwechsel kosten anfallen ist eher geläufig, aber schon Mal über verkürzte Abrechnungszeiträume, negative Treuepunkte oder reduziertes EU-Datenroaming nachgedacht? Am Beispiel von Aktivierungsgebühr und Service Pauschale wird klar, dass Zusatzgebühren häufig intransparent sind. Die heimischen Mobilfunkanbieter finden immer neue Schlupflöcher für zusätzliches Körberlgeld von bis zu 25 Prozent. Wir verraten, worauf du beim Abschluss eines Mobilfunkvertrages derzeit besonders gut achten solltest.

Plus 8,6 Prozent durch verkürzten Abrechnungszeitraum

Immer mehr Tarife werden nicht mehr nach Kalendermonat erneuert, sondern häufig bereits nach vier Wochen. Anstatt alle 30,4 Tage, fällt die Grundgebühr dann bereits nach 28 Tagen an und wird dadurch um satte 8,6 Prozent teurer. Damit ihr euch darauf verlassen könnt, auch wirklich von vergleichbaren Daten auszugehen, normieren wir die Intervalle unserer Tarifberechnungen automatisch auf 30,4 Tage.

Bis zu drei Jahre Bindung durch negative Treuepunkte

Wer seinen Vertrag verlängert, erhält – gegen Einsatz von Treuepunkten – ein neues Smartphone. Reichen die angesparten Treupunkte nicht aus, hat man in der Regel die Möglichkeit, mehr Punkte einzusetzen als vorhanden. So erhält man zwar kurzfristig ein Handy, verlängerst dadurch aber die Bindung an seinen Mobilfunkanbieter – und zwar schnell einmal um bis zu 36 Monate. Damit du gleich erkennst, ob sich eine Verlängerung überhaupt lohnt, oder du besser mit einem neuen Vertrag fährst, berücksichtigen wir bei der Tarifberechnung stets die Handypreise der Mobilfunkanbieter.

Bis zu 50 Euro Tarifwechsel-Gebühr

Speziell die großen Mobilfunkanbieter verrechnen gerne Gebühren zwischen 20 und 50 Euro für den Wechsel von einem Tarif auf einen anderen. Wir empfehlen in diesem Fall das direkte Gespräch mit dem Mobilfunkanbieter zu suchen und einen Anbieterwechsel ins Spiel zu bringen. Versteckte Kosten für den Gesprächsaufbau Einige Ethno-Discounter, also Anbieter mit Fokus auf Telefonie außerhalb der EU, verrechnen eine Fixgebühr für den Gesprächsaufbau. Diese sog. „Call-Setup-Fee“, erhöht insgeheim den Preis pro Minute, sodass es unmöglich ist, die tatsächlichen Kosten vorab zu benennen. Denn wer kann schon zum Monatsanfang sagen, wie viele Telefonate er in den kommenden Wochen führen wird? Aus diesem Grund kennzeichnen wir die betroffenen Tarife mit einer speziellen Warnung und zeigen die Zusatzgebühren übersichtlich an.

Höhere Kosten durch reduziertes EU-Datenroaming

Manche Tarife bzw. Anbieter stellen weniger EU-Datenroaming zur Verfügung, als von der EU-Verordnung vorgeschrieben. Wer im EU-Ausland doch mehr Datenvolumen benötigt, bezahlt daher zusätzliche Gebühren bzw. mehr als andere Anbieter dafür verrechnen würden. Um diese Falle zu umgehen, weisen wir gut ersichtlich auf diese Einschränkung hin und bieten von vorne herein die Option, Tarife mit reduziertem EU-Datenroaming auszufiltern.

Anstieg der Grundgebühr durch Wertsicherung

Mobilfunkanbieter koppeln die Grundgebühr immer häufiger an die Inflation bzw. an den Verbraucherpreis Index (VPI). Dadurch steigen die monatlichen Fixkosten für die Konsumenten – ohne Option auf außerordentliche Kündigung. In diesem Fall empfehlen wir, die Erhöhung zum Anlass zu nehmen, die aktuellen Angebote zu vergleichen und sich nach anderen Tarifen umzusehen.

Vergebührung pro angefangenem Gigabyte

Ausgewählte Tarife eröffnen ein zusätzliches Datenpaket, sobald die inkludierten Einheiten auch nur minimal überzogen wurden. So bezahlt man schnell einmal bis zu neun Euro für ein paar Megabyte, die eigentlich nur wenige Cent kosten sollten. Um Dich vor dieser Preismechanik zu schützen berücksichtigen wir sie ebenfalls automatisch in unseren Berechnungen.

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