Photovoltaik: Strom einspeisen und verkaufen

Photovoltaik: Strom einspeisen und verkaufen

Mit Sonnenkraft zu Geld: Wer mit einer Photovoltaik-Anlage Strom erzeugt, kann diesen in das Stromnetz einspeisen. Wie das funktioniert, ob es sich lohnt und welche Verg├╝tung man erh├Ąlt, liest Du hier.

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Gleich vorweg: Reich werden kann man mit einer Photovoltaikanlage am Hausdach nicht. Die Verg├╝tung f├╝r Strom macht rund 7 Cent pro kWh aus und ist damit sehr gering entlohnt.

Wie funktioniert die Stromeinspeisung?

Im Fr├╝hling, Sommer und Herbst produziert eine Solaranlage gerade in den Mittagsstunden viel mehr Strom, als der Haushalt ├╝blicherweise ben├Âtigt. Dieser ├╝bersch├╝ssige Strom kann in einer PV-Batterie f├╝r in der Nacht gespeichert werden oder aber gleich ins Netz eingespeist. Je nach Stromversorger bekommst du einen unterschiedlichen Betrag, der pro Kilowattstunde (kWh) definiert ist. Du verkaufst also Deinen ├╝bersch├╝ssigen Strom weiter.

Es gibt mehrere M├Âglichkeiten:

  • Volleinspeisung: Gerade wenn die PV-Anlage auf einer freien Fl├Ąche steht und nicht am Haus angebracht ist, ist eine Volleinspeisung ├╝blich. Hier wird der gesamte PV-Strom, den die Anlage erzeugt in das ├Âffentliche Stromnetz eingespeist. Der Haushalt oder Betrieb entnimmt seinen Strom dann wie ├╝blich vom Stromanbieter, ein direkter Eigenverbrauch liegt nicht vor. Diese Form wird immer un├╝blicher, weil die Kosten f├╝r die Anlage hoch sind, die Einspeiseverg├╝tung allerdings sehr nieder.

  • ├ťberschusseinspeisung: Mit einer mit dem Haus verbundenen PV-Anlage ist eine ├ťberschusseinspeisung die ├╝blichere Variante. Hier wird der erzeugte Strom zuerst an den Haushalt abgegeben und genutzt. Aller Strom, der dar├╝ber hinaus produziert wird, wird in das ├Âffentliche Stromnetz eingespeist. Gerade in den Mittagsstunden ist die Stromerzeugung besonders hoch, hier ist eine Einspeisung ├╝blich.

Lohnt sich der Verkauf von Strom?

Nein, im Moment nicht. Die Einspeisenverg├╝tung f├╝r Strom macht durchschnittlich nur etwa 7 Cent pro kWh aus, w├Ąhrend die Stromanbieter umgekehrt rund 37,66 Cent pro Kilowattstunde verlangen. Wir k├Ânnen zwar nicht sehen, wie die Zukunft bringen wird, aber sich eine PV-Anlage nur f├╝r die Verg├╝tung zu kaufen, zahlt sich nicht aus.

Seit dem Inkrafttreten des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) aus dem Jahr 2000 gibt es eine fl├Ąchen- und kostendeckende Einspeiseverg├╝tung f├╝r die Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien (Sonnenlicht, Wind, Wasser). Der jeweilige Einspeisetarif richtet sich nach der Energiequelle und Anlagengr├Â├če. Au├čerdem ist die Einspeiseverg├╝tung von den Kosten der Stromerzeugung mit Photovoltaik abh├Ąngig. Diese liegen in der EU ÔÇô und so auch in ├ľsterreich ÔÇô bei 2 bis 6 Cent/kWh. Im Vergleich zu anderen Energiequellen sind die Stromerzeugungskosten, die mit einer PV-Anlage anfallen, deutlich geringer. Deshalb f├Ąllt auch die Einspeiseverg├╝tung entsprechend niedriger aus.

Die meisten Stromanbieter nehmen den ├╝bersch├╝ssigen PV-Strom von ihren Kunden nur dann ab, wenn diese vom jeweiligen Energieversorger bei Bedarf auch den restlichen Strom beziehen. Dar├╝ber hinaus bieten viele Versorger auch unterschiedliche Preise f├╝r die ├ťberschusseinspeisung an. Auch wird der Preis f├╝r die ├ťberschusseinspeisung meist h├Âher verg├╝tet, wenn man gleichzeitig ├╝ber denselben Anbieter sogenannten Normalstrom abnimmt.

Wie bezieht man einen Einspeisetarif f├╝r die PV-Anlage?

Sinnvoll ist es den Einspeisetarif f├╝r die Anlage bei dem Anbieter zu haben, bei dem man Strom auch bezieht. Viele Anbieter nehmen einen als Einspeiser auch nur an, wenn man auch Stromkunde ist.

Wer sich nun wundert, warum man Strom beziehen sollte, wenn man doch ├╝ber eine Solaranlage verf├╝gt: Solaranlagen k├Ânnen viel Strom produzieren, aber doch nur dann, wenn die Sonne scheint. Das bedeutet ohne PV-Batterie kannst du meist nur bis rund 40 Prozent deines Strombedarfs damit decken, der Rest wird ins Netz eingespeist. In der Nacht oder in den dunklen Wintermonaten ben├Âtigst du deswegen Strom von einem Anbieter.

Au├čerdem kann auch die Leistungsf├Ąhigkeit der Photovoltaik-Anlage ein Ausschlusskriterium sein. Bei Anlagen von 50 kWp oder mehr, werden einige Stromabnehmer den Strom nicht kaufen.

Liste der Energieversorger & Stromk├Ąufer

Es gibt unterschiedliche Stromk├Ąufer, wir listen auf, wo Du Deinen Strom verkaufen kannst:

Balkonkraftwerk & Guerilla-Einspeisung

Du hast nur eine kleine Wohnung oder schlichtweg nicht das Geld f├╝r eine gro├če PV-Anlage f├╝r das Hausdach? Es gibt auch die M├Âglichkeit eine kleine PV-Anlage zu betreiben. Das Problem war bei diesen Balkonkraftwerken lange Zeit die rechtliche Grauzone. Die Rede war dann oftmals von einer Guerilla-Einspeisung. Mittlerweile ist der Netzzugang solcher auch Kleinsterzeugeranlagen genannten Solarstrom-Anlagen in ├ľsterreich rechtlich geregelt. So bedarf es f├╝r eine rechtskonforme Inbetriebnahme eines modernen Stromz├Ąhlers, einer formlosen Anmeldung und - in bestimmten St├Ądten wie Wien - der Einhaltung von Bandschutzbestimmungen. Als Leistung eines solchen Balkonkraftwerkes d├╝rfen h├Âchstens 800 kWp ins Netz eingespeist werden.

Verg├╝tung f├╝r Photovoltaik Strom: Anforderungen

Damit der Solarstrom in das Stromnetz eingespeist werden kann, muss eine Reihe von rechtlichen und technischen Anforderungen erf├╝llt werden.

Rechtliche Bestimmungen

Bei kleinen PV-Anlagen mit einer Nennleistung von bis zu 5 kWp wird der ├╝bersch├╝ssige Strom in der Regel ├╝ber den Hausanschluss eingespeist. Bei gr├Â├čeren Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von bis zu 30 kWp hingegen muss ein Antrag auf Einspeisung bzw. Netzanschluss gestellt werden. Die ├ťberpr├╝fung der Antragstellung kann dabei bis zu 8 Wochen in Anspruch nehmen ÔÇô deshalb ist es wichtig, sich fr├╝hzeitig um den Antrag zu k├╝mmern.

Der lokale Energieversorger f├╝hrt daraufhin eine Netzvertr├Ąglichkeits├╝berpr├╝fung durch und stellt fest, ob der Hausanschluss f├╝r eine PV-Anlage verwendet werden kann. W├Ąhrend das bei kleineren und mittleren PV-Anlagen meistens der Fall ist, muss bei gr├Â├čeren Anlagen der Netzanschluss erst angepasst werden.

Technische Voraussetzungen

Neben den gesetzlichen Bestimmungen m├╝ssen PV-Anlagen bestimmte technische Voraussetzungen erf├╝llen, um den Strom problemlos einspeisen zu k├Ânnen. So sollten Photovoltaikanlagen mit den folgenden Komponenten ausgestattet sein.

  • Wechselrichter: Eine PV-Anlage erzeugt Gleichstrom, du kannst aber nur Wechselstrom verkaufen. Damit du Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln kannst, ben├Âtigst du den Wechselrichter.

  • Einspeisez├Ąhler: Der Gesetzgeber verlangt einen Einspeisez├Ąhler, damit genau berechnet werden kann, wieviel Strom Du ins Netz einspeist. Solche Einspeisez├Ąhler erh├Ąlt man kostenpflichtig vom Netzbetreiber, Sie werden im Z├Ąhlerkasten aufbewahrt. Au├čerdem gibt es f├╝r Einspeisez├Ąhler eine separate Einspeise-Z├Ąhlnummer, die bei einem Wechsel angegeben werden muss.

  • Einspeisemanagement: Der Energiemanager (auch Smart Meter genannt) ist f├╝r PV-Anlagen verpflichtend. Damit kann die Netzeinspeisung bei ├ťberlastung der PV-Anlage reduziert werden. Zudem wird bei gr├Â├čeren Anlagen ab einer Nennleistung von 100 kWp eine zus├Ątzliche Funktion ben├Âtigt: Es muss m├Âglich sein, die aktuelle Einspeisung an den Netzbetreiber zu senden.

( Zuletzt aktualisiert: 20.01.2023. Urspr├╝nglich ver├Âffentlicht: 18.01.2023 )

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├ťber die Autorin
Geschrieben von Mag. Victoria Breitsprecher, MA
Mag. Victoria Breitsprecher, MA
Victoria ist technische Redakteurin bei tarife.at. Sie bringt hochkomplizierte, technische Begriffe in eine verst├Ąndliche Sprache. Unterst├╝tzung bekommt die Technik-Liebhaberin von ihrem B├╝ro-Hund, Herr Baron ­čÉÂ.