Photovoltaik: Strom einspeisen und verkaufen

Photovoltaik: Strom einspeisen und verkaufen

Mit Sonnenkraft zu Geld: Wer mit einer Photovoltaik-Anlage Strom erzeugt, kann diesen in das Stromnetz einspeisen. Wie das funktioniert, ob es sich lohnt und welche Verg├╝tung man erh├Ąlt, liest Du hier.

Du suchst einen g├╝nstigen Stromtarif? Hier findest du ihn.

Gleich vorweg: Reich werden kann man mit einer Photovoltaikanlage am Hausdach nicht. Die Verg├╝tung f├╝r Strom macht laut OeMAG 14,457 Cent/kWh (bei einer Anlagen-Engpassleistung kleiner 500 kW) aus und ist damit sehr gering entlohnt. Die Abnahme des in PV-Anlagen erzeugten Stroms erfolgt entweder durch ein Energieversorgungsunternehmen oder durch die ├ľkostromabwicklungsstelle (OeMAG).

Wie funktioniert die Stromeinspeisung?

Im Fr├╝hling, Sommer und Herbst produziert eine Solaranlage gerade in den Mittagsstunden viel mehr Strom, als der Haushalt ├╝blicherweise ben├Âtigt. Dieser ├╝bersch├╝ssige Strom kann in einer PV-Batterie f├╝r in der Nacht gespeichert werden oder aber gleich ins Netz eingespeist. Du verkaufst also Deinen ├╝bersch├╝ssigen Strom weiter. Auch gibt es die M├Âglichkeit den Strom der Anlage komplett einzuspeisen. Je nach Einspeisung und nach Stromversorger bekommst Du einen unterschiedlichen Betrag, der pro Kilowattstunde (kWh) definiert ist.

Es gibt mehrere M├Âglichkeiten:

  • Volleinspeisung: Gerade wenn die PV-Anlage auf einer freien Fl├Ąche steht und nicht am Haus angebracht ist, ist eine Volleinspeisung ├╝blich. Hier wird der gesamte PV-Strom, den die Anlage erzeugt in das ├Âffentliche Stromnetz eingespeist. Der Haushalt oder Betrieb entnimmt seinen Strom dann wie ├╝blich vom Stromanbieter, ein direkter Eigenverbrauch liegt nicht vor.

  • ├ťberschusseinspeisung: Mit einer mit dem Haus verbundenen PV-Anlage ist eine ├ťberschusseinspeisung die ├╝blichere Variante. Hier wird der erzeugte Strom zuerst an den Haushalt abgegeben und genutzt. Aller Strom, der dar├╝ber hinaus produziert wird, wird in das ├Âffentliche Stromnetz eingespeist. Gerade in den Mittagsstunden ist die Stromerzeugung besonders hoch, dann ist eine Einspeisung ├╝blich.

Lohnt sich der Verkauf von Strom?

Im Moment eher nicht. Die Einspeiseverg├╝tung bei ├ťberschuss f├╝r Strom macht nur 14,457 Cent pro kWh aus, w├Ąhrend die Stromanbieter umgekehrt rund 37,66 Cent pro Kilowattstunde verlangen. Vereinzelt gibt es aber auch bessere Tarife, je nach Netzbetreiber. Immerhin ist der Preis aber gestiegen, denn 2022 lag er noch bei 8,6 Cent pro kWh. Wir k├Ânnen zwar nicht sehen, was die Zukunft bringen wird, aber sich eine PV-Anlage nur f├╝r die Verg├╝tung zu kaufen, zahlt sich nicht aus.

Seit dem Inkrafttreten des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) aus dem Jahr 2000 gibt es eine Einspeiseverg├╝tung f├╝r die Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien (Sonnenlicht, Wind, Wasser). Mit dem neuen EEG 2023 wird nun zwischen Volleinspeisung und ├ťberschusseinspeisung unterschieden. Dabei k├Ânnen gleichzeitig mehrere Anlagen betrieben werden, etwa eine volleinspeisend und eine ├╝berschusseinspeisend. Berechnet wird es an Hand der Nennleistung PV-Anlage (kWp).

Die meisten Stromanbieter nehmen den ├╝bersch├╝ssigen PV-Strom von ihren Kunden nur dann ab, wenn diese vom jeweiligen Energieversorger bei Bedarf auch den restlichen Strom beziehen. Dar├╝ber hinaus bieten viele Versorger auch unterschiedliche Preise f├╝r die ├ťberschusseinspeisung an. Auch wird der Preis f├╝r die ├ťberschusseinspeisung meist h├Âher verg├╝tet, wenn man gleichzeitig ├╝ber denselben Anbieter sogenannten Normalstrom abnimmt.

Wie bezieht man einen Einspeisetarif f├╝r die PV-Anlage?

Sinnvoll ist es den Einspeisetarif f├╝r die Anlage bei dem Anbieter zu haben, bei dem man Strom auch bezieht. Viele Anbieter nehmen einen als Einspeiser auch nur an, wenn man auch Stromkunde ist.

Wer sich nun wundert, warum man Strom beziehen sollte, wenn man doch ├╝ber eine Solaranlage verf├╝gt: Solaranlagen k├Ânnen viel Strom produzieren, aber doch nur dann, wenn die Sonne scheint. Das bedeutet ohne PV-Batterie kannst Du meist nur bis rund 40 Prozent Deines Strombedarfs damit decken, der Rest wird ins Netz eingespeist. In der Nacht oder in den dunklen Wintermonaten ben├Âtigst Du deswegen Strom von einem Anbieter.

Au├čerdem kann auch die Leistungsf├Ąhigkeit der Photovoltaik-Anlage ein Ausschlusskriterium sein. Bei Anlagen von 50 kWp oder mehr, werden einige Stromabnehmer den Strom nicht kaufen.

Liste der Energieversorger & Stromk├Ąufer

Es gibt unterschiedliche Stromk├Ąufer, wir listen Beispiele auf, wo Du Deinen Strom verkaufen kannst:

Balkonkraftwerk & Guerilla-Einspeisung

Du hast nur eine kleine Wohnung oder schlichtweg nicht das Geld f├╝r eine gro├če PV-Anlage f├╝r das Hausdach? Es gibt auch die M├Âglichkeit eine kleine PV-Anlage zu betreiben. Das Problem war bei diesen Balkonkraftwerken lange Zeit die rechtliche Grauzone. Die Rede war dann oftmals von einer Guerilla-Einspeisung. Mittlerweile ist der Netzzugang solcher auch Kleinsterzeugeranlagen genannten Solarstrom-Anlagen in ├ľsterreich rechtlich geregelt. So bedarf es f├╝r eine rechtskonforme Inbetriebnahme eines modernen Stromz├Ąhlers, einer formlosen Anmeldung und - in bestimmten St├Ądten wie Wien - der Einhaltung von Brandschutzbestimmungen. Als Leistung eines solchen Balkonkraftwerkes d├╝rfen h├Âchstens 0,8 kVA (also 800 Watt) ins Netz eingespeist werden.

Verg├╝tung f├╝r Photovoltaik Strom: Anforderungen

Damit der Solarstrom in das Stromnetz eingespeist werden kann, muss eine Reihe von rechtlichen und technischen Anforderungen erf├╝llt werden.

Rechtliche Bestimmungen

Bei kleinen PV-Anlagen mit einer Nennleistung von bis zu 5 kWp wird der ├╝bersch├╝ssige Strom in der Regel ├╝ber den Hausanschluss eingespeist. Bei gr├Â├čeren Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von bis zu 30 kWp hingegen muss ein Antrag auf Einspeisung bzw. Netzanschluss gestellt werden. Die ├ťberpr├╝fung der Antragstellung kann dabei bis zu 8 Wochen in Anspruch nehmen ÔÇô deshalb ist es wichtig, sich fr├╝hzeitig um den Antrag zu k├╝mmern.

Der lokale Energieversorger f├╝hrt daraufhin eine Netzvertr├Ąglichkeits├╝berpr├╝fung durch und stellt fest, ob der Hausanschluss f├╝r eine PV-Anlage verwendet werden kann. W├Ąhrend das bei kleineren und mittleren PV-Anlagen meistens der Fall ist, muss bei gr├Â├čeren Anlagen der Netzanschluss erst angepasst werden.

Technische Voraussetzungen

Neben den gesetzlichen Bestimmungen m├╝ssen PV-Anlagen bestimmte technische Voraussetzungen erf├╝llen, um den Strom problemlos einspeisen zu k├Ânnen. So sollten Photovoltaikanlagen mit den folgenden Komponenten ausgestattet sein.

  • Wechselrichter: Eine PV-Anlage erzeugt Gleichstrom, Du kannst aber nur Wechselstrom verkaufen. Damit Du Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln kannst, ben├Âtigst Du den Wechselrichter.

  • Einspeisez├Ąhler: Der Gesetzgeber verlangt einen Einspeisez├Ąhler, damit genau berechnet werden kann, wieviel Strom Du ins Netz einspeist. Solche Einspeisez├Ąhler erh├Ąlt man kostenpflichtig vom Netzbetreiber, Sie werden im Z├Ąhlerkasten aufbewahrt. Au├čerdem gibt es f├╝r Einspeisez├Ąhler eine separate Einspeise-Z├Ąhlnummer, die bei einem Wechsel angegeben werden muss.

  • Einspeisemanagement: Der Energiemanager (auch Smart Meter genannt) ist f├╝r PV-Anlagen verpflichtend. Damit kann die Netzeinspeisung bei ├ťberlastung der PV-Anlage reduziert werden. Zudem wird bei gr├Â├čeren Anlagen ab einer Nennleistung von 100 kWp eine zus├Ątzliche Funktion ben├Âtigt: Es muss m├Âglich sein, die aktuelle Einspeisung an den Netzbetreiber zu senden.

( Zuletzt aktualisiert: 05.07.2023. Urspr├╝nglich ver├Âffentlicht: 18.01.2023 )

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├ťber die Autorin
Geschrieben von Mag. Victoria Breitsprecher, MA
Mag. Victoria Breitsprecher, MA
Victoria ist technische Redakteurin bei tarife.at. Sie bringt hochkomplizierte, technische Begriffe in eine verst├Ąndliche Sprache. Unterst├╝tzung bekommt die Technik-Liebhaberin von ihrem B├╝ro-Hund, Herr Baron ­čÉÂ.

H├Ąufige Fragen zum Thema Photovoltaik: Strom einspeisen und verkaufen

Was kostet eine Photovoltaikanlage?

An Kosten muss f├╝r eine PV-Anlage mit etwa 2.000 bis 3.000 Euro pro kWp gerechnet werden, f├╝r einen durchschnittlichen Haushalt l├Ąge eine 5 kWp-Anlage etwa bei 12.500 Euro.

Kann ich mit einer PV-Anlage auch Strom speichern?

Ja, mit einem Stromspeicher. Mit einer Photovoltaikanlage kannst Du rund 30 bis 40 Prozent des erzeugten Stroms direkt nutzen. Bist Du aber daran interessiert, m├Âglichst autark zu sein, dann lohnt sich ein Stromspeicher f├╝r die Solaranlage. So kannst Du dann meist rund 80 Prozent des Eigenbedarfs an Strom decken.

Erzeugt die PV-Anlage durch die Sonneneinstrahlung im Laufe des Tages Strom, wird dieser dem momentanen Bedarf des Haushaltes zur Verf├╝gung gestellt. Was dar├╝ber hinaus durch die Photovoltaikanlage produziert wird, wird in den Stromspeicher geladen. Ist dieser randvoll geladen, speist die Anlage automatisch den ├╝bersch├╝ssigen Strom in das ├Âffentliche Netz. Du bekommst daf├╝r eine (meist geringe) Verg├╝tung.

Lohnt sich der Verkauf von Strom?

Im Moment eher nicht. Die Einspeiseverg├╝tung bei ├ťberschuss f├╝r Strom macht 2023 nur 14,457 Cent pro kWh aus, w├Ąhrend die Stromanbieter umgekehrt rund 37,66 Cent pro Kilowattstunde verlangen. Vereinzelt gibt es aber auch bessere Tarife, je nach Netzbetreiber. Immerhin ist der Preis aber gestiegen, denn 2022 lag er noch bei 8,6 Cent pro kWh. Wir k├Ânnen zwar nicht sehen, was die Zukunft bringen wird, aber sich eine PV-Anlage nur f├╝r die Verg├╝tung zu kaufen, zahlt sich nicht aus.

Seit dem Inkrafttreten des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) aus dem Jahr 2000 gibt es eine Einspeiseverg├╝tung f├╝r die Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien (Sonnenlicht, Wind, Wasser). Mit dem neuen EEG 2023 wird nun zwischen Volleinspeisung und ├ťberschusseinspeisung unterschieden. Dabei k├Ânnen gleichzeitig mehrere Anlagen betrieben werden, etwa eine volleinspeisend und eine ├╝berschusseinspeisend. Berechnet wird es an Hand der Nennleistung PV-Anlage (kWp).

Die meisten Stromanbieter nehmen den ├╝bersch├╝ssigen PV-Strom von ihren Kunden nur dann ab, wenn diese vom jeweiligen Energieversorger bei Bedarf auch den restlichen Strom beziehen. Dar├╝ber hinaus bieten viele Versorger auch unterschiedliche Preise f├╝r die ├ťberschusseinspeisung an. Auch wird der Preis f├╝r die ├ťberschusseinspeisung meist h├Âher verg├╝tet, wenn man gleichzeitig ├╝ber denselben Anbieter sogenannten Normalstrom abnimmt.

Darf ich ein Balkonkraftwerk installieren?

Du hast nur eine kleine Wohnung oder schlichtweg nicht das Geld f├╝r eine gro├če PV-Anlage f├╝r das Hausdach? Es gibt auch die M├Âglichkeit eine kleine PV-Anlage zu betreiben. Das Problem war bei diesen Balkonkraftwerken lange Zeit die rechtliche Grauzone. Die Rede war dann oftmals von einer Guerilla-Einspeisung. Mittlerweile ist der Netzzugang solcher auch Kleinsterzeugeranlagen genannten Solarstrom-Anlagen in ├ľsterreich rechtlich geregelt. So bedarf es f├╝r eine rechtskonforme Inbetriebnahme eines modernen Stromz├Ąhlers, einer formlosen Anmeldung und - in bestimmten St├Ądten wie Wien - der Einhaltung von Bandschutzbestimmungen. Als Leistung eines solchen Balkonkraftwerkes d├╝rfen h├Âchstens 0,8 kVA (also 800 Watt) ins Netz eingespeist werden.