Drei: Halbjahreszahlen 2020

Verfasst am 6.8.2020

2020 ist durch Corona ein außergewöhnliches Jahr: Trotz der neuen sprunghaften Entwicklungen durch den Digitalisierungsschub, dem Ansturm auf die Netze und den durch den Lockdown erschwerten Ausbau für 5G, blickt Jan Trionow, CEO von Drei, zufrieden auf das vergangene Halbjahr.

„Wir sind stolz darauf, dass wir in dieser Phase bei Privatkunden Marktanteile gewonnen haben wie kein anderer Anbieter und wir die Kundenzahlen im Festnetz-Internet sogar um 18 Prozent steigern konnten“, so Trionow zufrieden.

Erhöhte Datennutzung nach Corona

Dabei hat der neue Sprung in der Digitalisierung die Netze stark belastet. Während des Lockdowns gab es einen Anstieg von zum Teil mehreren hundert Prozent an Videotelefonie, Streaming und anderer Datennutzung. Nach der Öffnung hat sich dies wieder eingependelt, doch ist in der langfristigen Entwicklung ein deutliches Plus in den Online-Gewohnheiten geblieben. Internettelefonie wird um 138 Prozent stärker verwendet als im Vorjahr, Social Media hat gar ein Plus von 135 Prozent.

Auch beim Fernsehen gibt es ein Plus. Drei hat mit DreiTV das Angebot für die App auf weitere Plattformen wie zum Beispiel Apple TV und LG weiter ausgebaut. Außerdem ist es nun nicht nur für Drei-Kunden erreichbar, sondern kann zum Beispiel in den österreichischen Trafiken als Couponkarte gelöst werden.

Mehr Sicherheit

Diesen nachhaltigen Anstieg der Nutzung führt zu einem erhöhten Sicherheitsbedürftnis. Nun bietet Drei ein eigenes Schutzsystem: das Drei SicherheitsNetz. Mit diesem sind Kunden zum Beispiel gegen betrügerischen Schaden durch Online-Shops, oder Schaden durch E-Banking geschützt. Das Drei Schutzengel-Programm war schon am Höhepunkt der Krise ausgebaut worden, um Kunden vor besonders hohen Rechnungen zu bewahren.

Zusätzlich bietet Drei nun auch den Drei DirektTausch, bei dem zweimal jährlich das Handy ohne Angabe von Gründen gegen ein neues, gleichwertiges Smartphone eingetauscht werden kann – sogar wenn es Kratzer und Beschädigungen hat.

Auch mit der telemedizinische App DRD und Instahelp, der App für medizinische Gesundheit, will Drei einen Beitrag in der Krise leisten.

Business: digitale Aufrüstung angestiegen

„Wir bemerken auch bei unseren Businesskunden einen verstärken Nachrüstungswunsch und auch hier einen starken Ausbau in die Sicherheit“, erläutert Trionow die Auswirkungen der Digitalisierung. Im August startet Drei mit SD-WAN eine flexible software-basierte Vernetzung für Firmen, die über jede IP-Netz Architektur ausgerollt werden kann und bisherige, teure Mietleitungen ersetzt. Aber auch in den Tarifen bietet vor allem der Drei Business Flex Tarif Sicherheit durch Flexibilität: Kunden, können die Pakete so anpassen, wie sie es brauchen. Dies hat im Halbjahr 2020 zu 5.000 neuen Business-Verträgen geführt. Somit ist rund jedes dritte Großunternehmen Österreichs nun ein Drei-Kunde.

Umsatz von Drei im 1. Halbjahr 2020

„Wir sind zufrieden mit den Zahlen, gerade in Hinblick auf die Krise“, darf Trionow das Unternehmen loben. Der Gesamtumsatz lag im ersten Halbjahr 2020 mit 417 Mio. Euro um 1,9 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Der praktisch vollständige Wegfall der Roaming-Einnahmen konnte durch zusätzliche Inlandsumsätze nur teilweise kompensiert werden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBITDA) erhöhte sich – primär aufgrund bilanzieller Einmal-Effekte nach der Übernahme von Tele2 – um 5,1 Prozent auf 189 Mio. Euro; das Betriebsergebnis (EBIT) wuchs um 1,0 Prozent auf 114 Mio. Euro.

„Es ist ein Irrglaube, dass wir in der Telekommunikationsbranche zu den automatischen Gewinnern der Krise gehören würden“, erklärt Trionow und führt an: „Immerhin sind die Pakete der Tarife großzügig bemessen.“

Marktanteil erhöht, aber Kundenzahlen verringert

Im ersten Moment wirkt es etwas gegesätzlich: Drei konnte seinen Marktanteil von 30 auf 31 Prozent bei den aktiven Kunden laut Umfrage erhöhen, während andere Provider eher Marktanteile verloren haben. Trotzdem gab es einen Rückgang von 8,8 Prozent bei den Wertkarten.

Dies liegt unter anderem an einem starken Bereinigungseffekt. Alte Wertkarten, die nicht mehr in Verwendung waren, fielen unter anderem durch die Registrierungspflicht weg. Zusätzlich spürt Drei auch den fehlenden Tourismus, denn gerade Prepaidkarten werden von Österreichurlaubern gerne kurzfristig gekauft.

5G Ausbau

Ganz im Fokus ist natürlich auch der Ausbau von 5G, das auch durch das Massen-Rollout von 5Gfähigen Endgeräten immer stärker gefragt ist. Zu den 140 echten 5G-Standorten im 3,5 GHz-Bereich sollen weitere folgen. Durch die Krise hat sich der Ausbau ins zweite Halbjahr 2020 und nach 2021 verschoben.

Man setzt bei Drei besonders auf eine gute Flächendeckung. In Linz erreicht das Netz bereits eine Abdeckung von 97% im Outdoorbereich. Im Indoorbereich immerhin 75%. Dies soll sich mit den zukünftigen Frequenzen bald stark verbessern. Zudem wird auch der Ausbau die Rate noch erhöhen.

Für den Indoorbereich von 5G setzt man außerdem auch auf QCell: In der Pilotfabrik in Asparn wird gemeinsam mit der TU Wien an dieser Lösung für Campus-Netze geforscht.

Verpflichtung zum Ausbau

Nun sieht Drei dem Ausbau von 5G auch in den schwierigen und kostenineffizienten ländlichen Gebieten entgegen. Man hofft auf verbesserte gesetzliche Rahmenbedingungen, die mit der baldigen Neuformulierung des Telekommunikationsgesetzes folgen sollen. Hier wünscht man sich die Infrastrukturen vor allem auf dem Land mitnutzen zu dürfen, um der Verpflichtung zum Ausbau nachkommen zu können.

Auch Förderungen wären in der Krise hilfreich. Vor allem aber wünscht man sich eine verbesserte Kommunikation durch öffentliche Stellen, um zum Beispiel Missverständnisse zu 5G in der Bevölkerung aufklären zu können. Denn auch wenn 5G die gleichen elektromagnetischen Wellen wie 3G oder 4G nutzt, so gibt es große Ängste gegenüber der neuen Technologie.

„5G auszubauen und zu nutzen ist sicher“, so der Drei-CEO, und vergleicht: „Mit der Funkübertragung ist es wie bei einem Motor. Auch dort benötigt eine neue Entwicklung weniger Energie - und Energieeffizienz ist in Zukunft immer wichtiger.“

Immerhin kommen die 4G-Netze langsam an das Limit der Bewältigungsmöglichkeit. Auch wenn sie in der Krise standhielten, kam es dennoch bereits zu temporären Engpässen für Nutzer. Daher wird 5G dringend immer notwendiger.

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