T-Mobiles Jahreskonferenz 2015

Verfasst am 25.2.2016

Zurück im Wachstum

Seit 2007 sieht sich T-Mobile mit einem Umsatzrückgang konfrontiert: Während der Umsatz im Jahr 2007 noch bei 1,18 Milliarden Euro lag, sank er sukzessive auf bis zu 815 Millionen im Jahr 2014. Im Jahr 2015 gelang die Kehrtwende – mit 829 Millionen verzeichnet T-Mobile eine Umsatzsteigerung um 2%, das EBITDA stieg gar von 211 auf 259 Millionen (+23%). Nach Abzug der Abschreibungen bleibt damit ein EBIT von 117 Millionen Euro – zum Vergleich: Das EBIT im Jahr 2013 betrug 33, im Jahr 2014 64 Millionen. Für 2016 rechnet Finanzchef Stefan Gross mit einem weiteren, wenn auch überschaubaren Anstieg – als Gründe sieht er den (teilweisen) Verfall von Roaminggebühren sowie eine neuerliche Frequenzauktion.

Breitband als Motor

Generell legt T-Mobile viel Wert darauf, sich in Zukunft weniger als Handyanbieter, sondern viel mehr als Breitbandanbieter zu verstehen und zu positionieren. Das Datenwachstum stieg im Zeitraum 2014-2015 um 75,5% (39.870 Terabyte zu 70.071 Terabyte) – zumal dieses Wachstum seit Jahren eher exponentiell als linear verläuft, sehen sich Mobilfunkanbieter mit größeren Herausforderungen konfrontiert. Insgesamt 45% des Datenverkehrs werden über das LTE-Netz abgewickelt, das auch 2016 noch weiter ausgebaut wird. Für steigendes Datenvolumen soll auch die zusehende Verbreitung als DSL-Ersatz dienen – hier sieht T-Mobile CEO Andreas Bierwirth großes Potenzial: Im internationalen Vergleich hinkt Österreich bei der Zahl der mobilen Breitbandanschlüsse merklich hinterher. Während im OECD Schnitt auf 100 Einwohner 85,4 mobile Breitbandanschlüsse kommen, sind es in Österreich nur 67,2. Spitzenreiter ist Finnland mit einer Sättigung von über 100% - 138,8 mobile Breitbandanschlüsse gibt es hier pro 100 Einwohner. (Quelle: OECD Statistik, Juni 2015).

MVNOs werden erwachsen

CFO Stefan Gross rechnet damit, dass auch 2016 noch weitere MVNOs den Markt betreten werden, der große Hype sei allerdings wieder abgeschwächt. Er geht davon aus, dass sich die Preisstrukturen in der nächsten Zeit an jene der Netzanbieter anpassen werden und sieht Chancen, in einiger Zeit wieder Rückläufer gewinnen zu können. Als Schlüssel zum Erfolg sieht T-Mobile (in sämtlichen Segmenten) den Faktor Service – als Preistreiber möchte man nicht agieren, als oberstes Gebot wird Kundenzufriedenheit angesehen – und diese ist laut CEO Bierwirth so hoch wie nie.

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