Grafenwörth hat schnellstes Handynetz

Verfasst am 23.7.2020

Die Mobilfunkanbieter werben mit schnellen 5G-Tarifen mit bis zu 500 Mbit/s im Download. Herkömmliche LTE-Pakete sollen immerhin bis zu 300 Mbit/s erreichen. Doch wie sieht die Realität aus? Wir haben dazu 1,75 Millionen Geschwindigkeitsmessungen herangezogen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Mit durchschnittlich 30,11 Mbit/s erreicht die Geschwindigkeit in Österreichs LTE-Handynetzen nur ein Zehntel der beworbenen Maximalleistung. Das entspricht dem Stand von 2018 (32,5 Mbit/s), wobei man aktuell natürlich Corona-bedingte Netzauslastungen berücksichtigen muss.

Wer die Geschwindigkeit an seinem Standort prüfen möchte, hat dazu über unsere SpeedMap jederzeit kostenlos die Möglichkeit

Spitzen 5G-Leistungen

80 Prozent der Gemeinden, in denen ausreichend 5G-Messung vorgenommen wurden, erreichen über 200 Mbit/s. In Summe ergibt das ein österreichweites top Ergebnis von durchschnittlich 260,8 Mbit/s. Die schnellsten 5G-Städte sind dabei Linz, Judenburg und Moosburg. Generell ist zu beobachten, dass A1 (anhand der Messungen) die breiteste 5G-Abdeckung bietet, während Magenta (wenn verfügbar) die höchste 5G-Geschwindigkeit liefert.

Der beste Zeitpunkt zum surfen

Der beste Moment, um im Internet zu surfen, wäre Dienstag um 5 Uhr in der Früh. Da sind die wenigsten Menschen online und die Leistung daher am besten. Im Gegensatz dazu lässt die Geschwindigkeit zwischen 19 bis 20 Uhr generell eher zu wünschen übrig (Median: 17,05 Mbit/s). Da aber speziell Sonntagabend viele das Wochenende mit Netflix, Youtube und Co. ausklingen lassen, ist dann die Qualität besonders schlecht, mit einem Tiefpunkt gegen 20 Uhr.

Hier die Ergebnisse auf Bundeslandebene:

Burgenland

Gattendorf hat das schnellste Handynetz im Burgenland: Gesamtheitlich betrachtet liegen die bundeslandweiten Werte der mobilen Internetversorgung im Burgenland stets im Mittelfeld. Im Gegensatz zum letzten Speedtest ist das Ergebnis allerdings etwas zurückgegangen. Damals erreichte man im Burgenland noch 34 Mbit/s, im Gegensatz zu den heutigen 24,04 Mbit/s. Dafür lässt regionale Testsieger Gattendorf mit 165,81 Mbit/s den vorigen Gewinner Jennersdorf weit hinter sich und erreicht damit sogar das österreichweit zweitbeste Ergebnis. Regionales Schlusslicht macht mit 6,05 Mbit/s Lockenhaus.

Kärnten

Frauenstein hat das schnellste Handynetz in Kärnten: Kärnten ist das Bundesland mit der schnellsten mobilen Internetversorgung in ganz Österreich und liegt mit 33,15 Mbit/s leicht über dem bundesweiten Median von 30,11 Mbit/s. Von 2G bis 5G surft man im südlichsten Bundesland immer am schnellsten – speziell im 5G-Netz lässt Kärnten alle anderen Bundesländer weit hinter sich und übertrifft damit sogar noch die Ankündigungen der Mobilfunkanbieter. Mit durchschnittlich 105,7 Mbit/s erreicht man die kärntenweit schnellste Internetversorgung in Frauenstein, das damit Klagenfurt als schnellsten Bezirk des Bundeslandes abgelöst hat. Die Nachhut macht der Bezirk Feistritz ob Bleiburg.

Niederösterreich

Grafenwörth in Niederösterreich hat das schnellste Handynetz in ganz Österreich: Grafenwörth hat nicht nur die schnellste Handyversorgung in Niederösterreich, sondern gleich in ganz Österreich. Mit 166,82 Mbit/s surft man hierzulande nirgends so schnell wie in der niederösterreichischen Marktgemeinde „am Südhang des Lebens“. Damit löst Grafenwörth das nahegelegene Herzogenburg als Testsieger im österreichweiten Handynetz-Vergleich ab. Das regionale Schlusslicht macht Ernstbrunn. Hier surfen Handynutzer mit gerade einmal 6,16 Mbit/s im Internet. Generell sticht auch das Glasfaser- und Kabelnetz im gesamten Bundesland, mit den höchsten durchschnittlichen Werten, hervor.

Oberösterreich

Weißkirchen an der Traun hat das schnellste Handynetz in Oberösterreich: Man sollte annehmen, dass die Handyversorgung in den Ballungsräumen am besten ist. Während sich die Handynutzer in Linz die Bandbreiten allerdings eher gegenseitig wegnehmen, können sich die Weißkirchner an der Traun über die beste mobile Internetversorgung in ganz Oberösterreich freuen, wo man mit durchschnittlich 94,5 Mbit/s die schnellste Handyversorgung in ganz Oberösterreich genießt. Damit übertrifft das Ergebnis den Wert aus Alberting, das 2018 als Siegers unseres Speedtest hervorgegangen ist. Dennoch liegt Oberösterreich in Summe weit unter dem österreichweiten Schnitt und die Internetgeschwindigkeit fällt insgesamt leider schlecht aus: Sowohl im 2G-, 3G- und LTE-Netz sowie auch im DSL-Netz liegt man im Bundesländervergleich hierzulande immer an letzter Stelle. Einzig das lokale Kabelnetz sticht positiv hervor. Regionales Schlusslicht macht mit 4,71 Mbit/s hingegen Pfaffstätt.

Salzburg

Sankt Andrä im Lungau hat das schnellste Handynetz in Salzburg: Während rund um den Großvenediger bzw. in Richtung Kärnten nur schwaches mobilen Internet zur Verfügung steht, sticht Sankt Andrä im Lungau mit einem sehr guten Ergebnis von 95,1 Mbit/s hervor. Mit einem fast doppelt so schnellen Wert löst Sankt Andrä damit nicht nur Thalgau als schnellste Gemeinde in Salzburg ab, sondern lässt vor allem – das gerade einmal elf Autominuten entfernte – Mauterndorf, mit einem 18,4 Mal langsameren Handynetz, hinter sich. Mit diesem Ergebnis surft man in der Lungauer Gemeinde weit schneller als im übrigen Bundesland, das mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von gerade einmal 22,62 Mbit/s, unter dem bundesweiten Durchschnitt liegt. In Summe ist das Netz in Salzburg damit eher langsam. Regionales Schlusslicht ist hingegen Mauterndorf mit ebenfalls schleppenden 5,16 Mbit/s.

Steiermark

Buck an der Mur hat das schnellste Handynetz in der Steiermark: Was die Internet-Geschwindigkeit am Handy anbelangt, rauscht Bruck an der Mur gerade an Spielberg vorbei: Mit durchschnittlich 85,80 Mbit/s hat Bruck die schnellste Handyversorgung in der Steiermark. Wie unser der Handynetz-Vergleich zeigt, surft man hier fast drei Mal so schnell wie im österreichweiten Durchschnitt. Mit gerade einmal 5,02 Mbit/s sinkt der Speed im Gegensatz dazu in Wettmannstätten massiv ab. Im österreichweiten Vergleich, ist das mobile Internet in der Steiermark allerdings insgesamt eher durchschnittlich und liegt mit 23,52 Mbit/s unter dem bundesweiten Schnitt von 30,11 Mbit/s.

Tirol

Niederndorf hat das schnellste Handynetz in Tirol: Hinsichtlich der unvorteilhaften geologischen Lage ist die Internet-Geschwindigkeit in Tirol in Summe gar nicht so schlecht. Auch wenn man sich hierzulande mit der langsamsten Gemeinde Österreichs seinen Namen macht, liegen die bundeslandweiten Werte stets im Mittelfeld. Das Betrifft sowohl 2G, 3G als auch 4G – bei 5G erkennt man aktuell noch Aufholbedarf. Mit 117,37 Mbit/s hat Niederndorf jedenfalls die Nase vorne und löst die Nachbargemeinde Kufstein ab. Damit bleibt der Podestplatz jedenfalls in der Region. Mit langsamen 4,5 Mbit/s sieht das im eineinviertel Autostunden entfernten Fulpmes schon anders aus, wo man 26 Mal so langsam als in Niederndorf am Handy surft und sich einen Namen als langsamste Gemeinde in Tirol sowie auch in ganz Österreich, macht.

Wien

Landstraße hat das schnellste Handynetz in Wien: Wien zählt zu den Bundesländern mit der schnellsten LTE-Versorgung in ganz Österreich. Mit durchschnittlich 31,34 Mbit/s ist die Geschwindigkeit im Gegensatz zu 2018 zwar zurückgegangen, liegt aber mehr oder weniger im bundesweiten Median von 30,11 Mbit/s. Die Nase vorne hat hier erneut der Bezirk Landstraße: Mit durchschnittlich 82,02 Mbit/s liegt der Dritte Bezirk erneut an erster Stelle in Wien. Aber selbst unter Berücksichtigung des Wiener Schlusslichtes Favoriten mit 16,58 Mbit/s, rangiert das Wiener Gesamtergebnis immer noch über dem österreichweiten Durchschnitt.

Vorarlberg

Feldkirch hat das schnellste Handynetz in Vorarlberg: Feldkirch löst Lauterach als schnellsten Bezirk in Vorarlberg ab. Wie unser Handynetz-Vergleich zeigt, surft man damit in der westlichsten Gemeinde Österreichs fast doppelt so schnell als im österreichweiten Schnitt. Die Spitzengeschwindigkeiten bleiben damit nahezu unverändert mit 56,34 Mbit/s aktuell in Feldkirch im Gegensatz zu 58,79 Mbit/s 2018 in Lauterbach. Regionales Schlusslicht macht Tschagguns im Montafon mit nur 4,73 Mbit/s. Das Handynetz ist vor allem in der Grenzregion zu Liechtenstein und der Schweiz schlecht ausgebaut. Im Bundesländervergleich lässt die Netzqualität am Ländle aber insgesamt eher zu wünschen übrig: Mit durchschnittlich 23,07 Mbit/s bewegt man sich unter dem österreichweiten Schnitt von 30,11 Mbit/s.

Daten & Methodik

Als Datenbasis dienen 1,75 Millionen Messungen, die im Zeitraum von 1. Jänner bis 18. Juni 2020, über den tarife.at Speedtest oder die RTR-Netztest App der Regulierungsbehörde durchgeführt worden sind. Virtuelle Mobilfunker (MVNOs) wurden dem entsprechenden Netz zugeordnet. Als Mittelwert dient der Median. Wenn nicht anders angegeben beziehen sich die Werte stets auf das LTE-Netz (4G).

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