2020 mehr Beschwerden und Einigungen bei der RTR

verfasst am 18.5.2021
2020 mehr Beschwerden und Einigungen bei der RTR

Die RTR tritt als Schlichterin und Förderin für alle Anliegen rund um Rundfunk-, Telekommunikation und Postmarkt auf und präsentiert den aktuellen Jahresbericht für 2020: Es gelangten mehr Beschwerden ein, es kam jedoch auch häufiger zu einer Einigung.

Du hast Probleme mit deinem Anbieter? Oder dein Internet funktioniert überhaupt nicht? Hier hilft dir die RTR. Mehr dazu in unserem Ratgeber Schlichtungsverfahren bei RTR einleiten.

Immerhin 2.066 Schlichtungsverfahren zu Kommunikationsdiensten wurden 2020 bei der RTR registriert – ganze sechs Prozent mehr als im Vorjahr. 1.941 Verfahren davon betrafen den Bereich Telekommunikation, 125 Verfahren den Bereich Medien. Rund die Hälfte der Verfahren entfiel auf Vertragsschwierigkeiten mit zumeist komplexen juristischen und technischen Problemstellungen.

Dabei konnte die RTR letztes Jahr besonders erfolgreich vermitteln, denn zu 82 Prozent konnte eine Einigung erzielt werden. Dies toppt die Ergebnisse der Vorjahre. Außerdem lag der durchschnittliche Streitwert so niedrig wie noch nie, nämlich bei 357 Euro.

Extremwerte bei Betrugsanrufen

Um 170 Prozent gegenüber extrem stark erhöht haben sich Beschwerden zu Betrugsanrufen: Ganze 28.379 Beschwerden wurden 2020 bei der RTR registriert. 14.724 Beschwerden davon entfielen auf sogenannte Ping-Anrufe.

Bei Ping Calls rufen die Kriminellen nur kurz an und legen gleich auf. Das geschieht mit Absicht, damit man möglichst zurückruft. Nicht nur, dass es sich dabei meist um eine teure Auslandsverbindung handelt, oft sind diese auch noch kostenpflichtige Mehrwertnummern.

Das neue Telekommunikationsgesetz wird ein guter Schutzschirm sein und einen rechtlichen Rahmen bieten, mit dem Betrugsanrufe bekämpft werden können. Mögliche Instrumente sind die Sperre von Rufnummern oder Inkassoverbote.

Dr. Klaus M. Steinmaurer
Geschäftsführer der RTR für den Fachbereich Telekommunikation und Post

Mehr Fernsehen

Der Fernseh-Konsum der Österreicher erreichte 2020 neue Höchstwerte. Mit einer durchschnittlichen TV-Nutzungszeit von 209 Minuten pro Tag verbrachten die Österreicher im vergangenen Jahr mehr Zeit vor den Fernsehgeräten als im Vorjahr. Die durchschnittliche Sehdauer pro Tag erhöhte sich um 13 Minuten.

Mehr Telefonie und Datenvolumen

Im Jahr 2020 telefonierten die Österreicherinnen und Österreicher über Fest- und Mobilnetz insgesamt 29 Milliarden Minuten, das sind um 4,6 Millionen Minuten mehr als im Vorjahr. Auch das Datenvolumen stieg erneut an: 7.162 Petabyte (PB) wurden 2020 konsumiert. Das sind um 26,3 Prozent mehr als 2019.

Zankapfel Internetqualität, wenig Probleme bei Roaming

Gerade in der Coronapandemie wurde leistungsfähiges Internet besonders wichtig: 202 Verfahren betrafen die Qualität von Internetzugängen, das sind um 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Weniger Probleme, auch aufgrund der verringerten Reisetätigkeiten der Österreicher, gab es bei Roaming. Hier sank die Zahl auf 113 Fälle.

Über die RTR

Die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) steht zu 100 Prozent im Eigentum des Bundes. Sie wird von zwei Geschäftsführern geleitet und ist in die beiden Fachbereiche „Medien“ (Oliver Stribl) sowie „Telekommunikation und Post“ (Klaus M. Steinmaurer) gegliedert. Als Geschäftsstelle unterstützt sie die Regulierungsbehörden Kommunikationsbehörde Austria (KommAustria), die Telekom-Control-Kommission (TKK) und die Post-Control-Kommission (PCK).

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Über den Autor
Geschrieben von Mag. Victoria Breitsprecher, MA
Mag. Victoria Breitsprecher, MA
Victoria ist technische Redakteurin bei tarife.at. Sie bringt hochkomplizierte, technische Begriffe in eine verständliche Sprache. Unterstützung bekommt die Technik-Liebhaberin von ihrem Büro-Hund, Herr Baron 🐶.