Wählerstromanalyse im Mobilfunkmarkt

Verfasst am 25.9.2019

Pünktlich zur Nationalratswahl haben wir uns die Wählerströme am Mobilfunkmarkt angesehen und verraten Euch, wohin Handykunden aktuell abwandern: Während HoT sich im Rennen um die Wechselwähler die meisten Stimmen holt, muss Drei die größten Verluste verbuchen. Dabei spielen neben dem Preis auch die Netzqualität sowie die Preissicherheit eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Aktualisierung am 26.09.2019: Ausgewählte Anbieter (etwa spusu, HELP mobile) bieten ihren Kunden die Möglichkeit, im Zuge der Neuanmeldung den Vertrag beim alten Anbieter zu kündigen. Dadurch werden Neukunden dieser Anbieter den bisherigen Vertrag seltener selbst kündigen. Die tatsächliche Anzahl an Kunden, die zu diesen Anbietern wechselt, kann daher höher sein als, als angenommen.

Sonntagsfrage: Zu welchem Mobilfunkanbieter Konsumenten wechseln

Wir haben auf Basis von über 10.000 Kündigungen im Monat die Stimmung am Mobilfunkmarkt festgehalten und analysiert, zu welchem Anbieter die Nutzer wechseln – aktuell nämlich vor allem zum Diskont-Anbieter: Den Wahlgewinner stellt HoT mit 22,46 % der Stimmen. Platz zwei geht mit 14,22 % der Wechselstimmen an yesss. Danach folgen Drei (12,43 %), A1 (12,25 %), spusu (11,94 %) ( spusu übernimmt auf Wunsch allerdings die Kündigung beim bestehenden Anbieter, wodurch weniger Kunden, die zu spusu wechseln, den Kündigungsgenerator auf tarife.at nutzen müssen) und Magenta (10,65 %) sowie etwas abgeschlagen educom (5,22 %) und bob (3,96 %). Die restlichen 6,87 % verteilen sich auf die übrigen Anbieter.

Mandatsverluste: Welcher Anbieter musste die größten Einbußen hinnehmen?

Herbe Verluste muss Drei hinnehmen: Der Anbieter konnte zwar neue Stimmen aus dem Pool der Wechselwähler gewinnen, hat gleichzeitig aber 28,84 % an die anderen Kandidaten verloren, was in Summe einem Minus von 16,41 % entspricht. Auch das Ergebnis von Magenta fällt wenig rosig aus: Der Zuwachs kann den gleichzeitigen Verlust von 20,35 % nicht wettmachen und mündet in einem Minus von 9,7 %. Mit einem blauen Auge kommt A1 davon und verzeichnet in Summe einen Zuwachs von 2,16 %. Eine Visualisierung der Wechselströme findest du hier.

Motivforschung: Wieso kündigen Konsumenten ihren Handyvertrag?

70,6 % der Nutzer wechseln nicht nur den Mobilfunkanbieter, sondern auch gleich das Netz. Wie die Motivforschung klarstellt, ist das Wahlmotiv daher nicht ausschließlich am Preis festzumachen: Während spusu in den letzten Wochen in 42,6 % der Vergleiche der günstigste Anbieter war, sind nur 11,94 % der Kunden zu diesem Anbieter gewandert. 47,10 % der Kunden wechseln den Betreiber aufgrund des Preises und immerhin 17,16 % wegen der Netzqualität. 6,42 % der Wechsler kündigen aufgrund von plötzlichen Preissteigerungen und weitere 29,32 % führen sonstige Gründe ins Treffen. Bemerkenswert: Nur 20,46 % würden bei ihrem Anbieter bleiben, wenn dieser ihnen ein deutlich günstigeres Angebot machen würde.

Regionale Auffälligkeiten

Während die Netzqualität für die Kärntner am wenigsten (14,8 %) Relevanz hat, wird das Netz in Oberösterreich vermehrt (19,8 %) als Grund für einen Wechsel angeführt. Im Vergleich dazu wechseln Burgenländer überdurchschnittlich oft aufgrund des Preises zu einem anderen Anbieter (52,85 %). Demgegenüber scheinen die Salzburger am wenigsten preissensibel zu sein (44,94 %). Während die Kärntner akuten Preiserhöhungen gelassen gegenüberstehen (3,91 %), sind diese vor allem in Wien ein vergleichsweise häufiges Wechselmotiv (8,27 %). Die meisten Kündigungen gab es in Niederösterreich (20,55 %) – die wenigsten im Burgenland (3,05 %).

Datenbasis & Methodik: Transparenz statt zack, zack, zack

Wir haben 5.000 Kündigungen, die in den letzten Wochen auf dem Portal erstellt wurden, untersucht. Dabei wurden ausschließlich Kündigungen von Handyverträgen herangezogen. Internet und Fernsehen spielen in der aktuellen Erhebung daher keine Rolle. Darüber hinaus wurden auch nur jene Angaben berücksichtigt, deren Nutzer der anonymisierten Datenspeicherung und -auswertung explizit zugestimmt haben. Im Rahmen dessen konnten die Nutzer in einem freiwilligen Fragebogen weiterführende Informationen zu Kündigungsgründen und dem künftigen Anbieter hinterlassen. Da Wertkartenangebote nicht gekündigt werden, beziehen sich die Abgänge nur auf Vertragstarife.

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