Infrarotheizung: Was kostet Heizen mit Infrarot?

Infrarotheizung: Was kostet Heizen mit Infrarot?

Heizen mit Strom kann teuer sein ‚Äď zumindest mit einem konventionellen Heizsystem. Doch obwohl Infrarotheizungen elektrisch sind, ist das Heizen mit Infrarot (IR) hocheffektiv. Wir haben die wichtigsten Infos zum Thema Infrarotheizung zusammengefasst.

Vor der Anschaffung solltest Du Deinen pers√∂nlichen Stromverbrauch kennen ‚Äď schlie√ülich richten sich die Stromkosten einer Infrarotheizung nach dem Energiebedarf. Au√üerdem ist ein guter Stromtarif das A und O um die Kosten gering zu halten: Hier findest du den besten Tarif f√ľr Dich.

Doch wovon h√§ngt der Stromverbrauch beim Heizen mit Infrarot ab? Wie lassen sich die Stromkosten einer Infrarotheizung berechnen? Und wie funktioniert eine Infrarotheizung √ľberhaupt? Wir gehen alle Fragen Schritt f√ľr Schritt durch.

Wie funktioniert eine Infrarotheizung?

Die Infrarotheizung wird auch als W√§rmewellen- oder Strahlungsheizung bezeichnet. Sie z√§hlt zu den Elektroheizungen, bei denen Strom in W√§rmeenergie umgewandelt wird. Anders als bei herk√∂mmlichen Konvektionsheizungen (‚ÄúHeizl√ľfter‚ÄĚ) wird hier jedoch nicht die Luft erw√§rmt, sondern alle festen Oberfl√§chen und Gegenst√§nde im Raum. Die ausgestrahlte W√§rme der Infrarotheizung geht also auf Decke, W√§nde, Boden und M√∂belst√ľcke √ľber, wird von diesen abgespeichert und dann gleichm√§√üig wieder an den Raum abgegeben. So entsteht ein angenehmes Raumklima mit einer W√§rme, die sich nat√ľrlich anf√ľhlt, wie W√§rme von Sonnenstrahlen.

Vorteile und Nachteile einer Infrarotheizung

Infrarotheizungen sind relativ kosteng√ľnstig in der Anschaffung: Sie kosten √ľblicherweise, je nach Gr√∂√üe und Struktur zwischen 100 und 900 Euro pro Paneel. Am oberen Ende der Preisskala liegen hier Natursteinplatten oder Spiegelplatten √ľber eine ganze Wand. Die Technik selbst h√§lt lange, meist werden 20 Jahre Nutzungsdauer veranschlagt.

Shutterstock: Ob weißes Paneel oder als Bild getarnt - moderne Infrarotheizungen sind oft sehr unauffällig und passen sich direkt dem Wohnraum an. Es gibt auch welche in verschiedenen Materialen wie Keramik, Glas oder Aluminium, sodass die Heizung als solches oft gar nicht auf den ersten Blick erkennbar ist.

Weil die Infrarotheizung nicht zuerst die Luft erw√§rmt, sondern direkte W√§rme an feste Oberfl√§chen und Lebewesen abgibt, entsteht ein rasches W√§rmegef√ľhl. Der menschliche K√∂rper nimmt die Infrarotstrahlen auf, sodass sich die W√§rme √ľberall im Raum gleich stark anf√ľhlt. Selbst wenn die Raumtemperatur vergleichsweise niedrig ist, wird sie h√§ufig als w√§rmer empfunden.

Au√üerdem ist das Raumklima sehr angenehm und gesund, besonders f√ľr Allergikerinnen und Asthmatikerinnen - denn die Luft und damit der Staub wird nicht aufgewirbelt. Zudem beugt die W√§rmestrahlung auch der Schimmelbildung vor. Die Infrarotstrahlung gibt feuchten Stellen und Schimmelsporen keine Chance, weil sie sie austrocknet. Daher ist Infrarot gerade in Nassr√§umen, wie dem Badezimmer, zu empfehlen.

Die Steuerung erfolgt nach Bedarf, denn Infrarotheizungen werden √ľber ein Thermostat reguliert, Sobald die gew√ľnschte Raumtemperatur erreicht ist, schaltet sich das Heizelement aus. So fallen nur dann Stromkosten an, wenn auch tats√§chlich W√§rme produziert wird. Auch sind die meisten Infrarotpaneele gut ins Smart Home anbindbar. So kannst Du die Heizung √ľber eine App oder Zeitschaltung steuern. Ist niemand zu Hause, darf die Raumtemperatur ruhig niedriger sein.

Nachteilig ist, dass die Stromkosten bei einem teuren Stromtarif schnell in die Höhe schellen können. Auch ist der Betrieb bei einem schlecht gedämmten Gebäude oft teuer. Letzteres ist bei anderen Heizformen aber auch der Fall.

Vorteile
  • g√ľnstige Anschaffung
  • langlebige Technik
  • schnelle Reaktionszeit
  • angenehmes Raumklima
  • beugt Schimmelbildung vor
  • Allergiker*innenfreundlich
  • leicht steuerbar und smart
Nachteile
  • bei hohem Strompreis und schlecht ged√§mmtem Geb√§ude teuer

Infrarotheizung: Wie hoch sind die Stromkosten?

Ein Argument, das h√§ufig gegen die Anschaffung einer Infrarotheizung spricht, sind die vermeintlich hohen Stromkosten. Dabei steht diesem Argument der gro√üe Vorteil des Bedarfsheizens gegen√ľber.

Wenn Dein Infrarotpaneel also √ľber eine Leistung von 500 Watt verf√ľgt, kannst Du rund 10 Quadratmeter Raum damit beheizen. 500 Watt entsprechen 0,5 kWh (Kilowattstunden). Sagen wir dein Wohnzimmer hat 20 Quadratmeter, also ben√∂tigst Du zwei St√ľck, die gemeinsam 1 kWh ben√∂tigen. Heizen diese rund 8 Stunden pro Tag, nutzen sie 8 Kilowattstunden t√§glich. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 37,12 Cent kostet das t√§gliche Heizen also 2,97 Euro. Bei rund 200 Heiztagen im Jahr in √Ėsterreich kommt man daher auf Heizkosten von 593,92 Euro j√§hrlich.

Infrarotheizung ideal nutzen - Spartipps

Es gibt einige Tipps, wie man der Infrarotheizung zu einem idealen Betrieb und damit auch zu möglichst niedrigen Kosten verhilft, ganz ohne Frieren!

  • Ideale Gr√∂√üe: Die Gr√∂√üe der Heizung muss nat√ľrlich an die Raumgr√∂√üe angepasst sein. F√ľr 5-7 Quadratmeter sollten es rund 300 Watt sein, f√ľr 7-10 Quadratmeter rund 500 Watt, f√ľr 10-15 Quadratmeter rund 700 Watt.

  • Ein oder mehrere Paneele: In verwinkelten oder l√§nglichen R√§umen ist es besser mehrere kleine Paneele, statt einem gro√üen zu nutzen. So verteilt sich die W√§rme besser im Raum und ist gleichm√§√üiger. Bei eher quadratischen R√§umen ist ein gro√ües Paneel nicht nur g√ľnstiger, sondern ben√∂tigt auch weniger Strom.

  • Ideale Platzierung: Idealerweise sollte ein Paneel in Richtung der Au√üenwand sehen und diese anstrahlen. Niemals sollte aber ein Fenster angestrahlt werden, denn hier ist der W√§rmeverlust auch bei gut ged√§mmtem Glas einfach zu hoch.

  • Heizen nach Bedarf: Nicht jeder Raum muss gleich warm sein. Wohnr√§ume vertragen zum Beispiel mehr Temperatur, als etwa Schlafr√§ume, wo man sowieso eine dicke Decke hat. Auch sollte bei Verlassen der Wohnung die Heizung heruntergeriegelt werden.

  • Gute W√§rmed√§mmung: Wenn die W√§rme √ľber die W√§nde verloren geht, wird jede Heizung zum Geldgrab. Gerade wenn Du in einem alten Haus oder einem aus Beton wohnst, solltest Du daher eine Energieberatung in Anspruch nehmen und die W√§nde gut d√§mmen. Alte Fenster lassen zu viel W√§rme durch, wenn m√∂glich solltest Du sie gegen moderne, gut isolierte Fenster tauschen.

  • Smarter Thermostat: Mit einem modernen Thermostat kannst Du die Heizung nicht nur manuell ein- und ausschalten, sondern auch eine bestimmte Temperatur regeln. So wird nur geheizt, wenn n√∂tig. Wenn Du den Thermostat mit dem Smart Home verbindest, kannst Du die Temperatur auch rechtzeitig runter- und wieder hinauffahren.

  • Kombination mit PV-Anlage: Eine Photovoltaikanlage ist mit der Infrarotheizung perfekt kombinierbar. So verbrauchst Du den Solarstrom, den Du selbst produzierst und bist von Stromanbietern und den Strompreisen weniger abh√§ngig.

( Zuletzt aktualisiert: 16.03.2023. Urspr√ľnglich ver√∂ffentlicht: 19.01.2023 )

Jetzt Handytarife finden!



√úber die Autorin
Geschrieben von Mag. Victoria Breitsprecher, MA
Mag. Victoria Breitsprecher, MA
Victoria ist technische Redakteurin bei tarife.at. Sie bringt hochkomplizierte, technische Begriffe in eine verst√§ndliche Sprache. Unterst√ľtzung bekommt die Technik-Liebhaberin von ihrem B√ľro-Hund, Herr Baron ūüź∂.