Maximale Reichweite von E-Autos - Wie weit kommt Elektromobilität?

Maximale Reichweite von E-Autos - Wie weit kommt Elektromobilität?

E-Autos sind günstiger in der Erhaltung als Verbrenner, doch wie sieht es mit der Reichweite aus? Wir haben die wichtigsten Punkte für unterwegs, aber auch die neuen Modelle selbst genau unter die Lupe genommen.

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Reichweite von E-Autos

Große Reichweiten gibt es nur mit den Superstars unter den E-Autos wie Tesla? Längst nicht mehr. Auch mit kleinen, günstigen Modellen wie dem Fisker Ocean können Strecken von über 700 Kilometer am Stück gefahren werden. Das liegt unter anderem an der starken Entwicklung: Lag die durchschnittliche Reichweite von E-Autos 2017 noch bei lediglich 241 Kilometer, stand sie 2022 schon bei 504 durchschnittlichen Kilometer. Für 2025 wird sie durchschnittlich auf stolze 784 Kilometer geschätzt.

Auch im Praxistest des ADAC zeigt sich die deutliche Verbesserung binnen 12 Jahren: Gab es 2011 nur einen einzigen Testkandidaten mit mageren 95 Kilometer Reichweite, gab es 2017 deutlich mehr Kandidaten, die durchschnittlich 290 Kilometer schafften. 2023 lag die durchschnittliche Reichweite bereits bei 425 Kilometer.

Doch wie sieht es mit dem Winter aus? Bei kalter Batterie lässt die Wirkung nach – das ist richtig. Den Kinderschuhen der Reichweitenproblematik bei kaltem Wetter sind die meisten Hersteller jedoch schon länger entwachsen. In Norwegen, bekannt für sein raues Wetter, fahren rund 80 Prozent aller angemeldeten Fahrzeuge mittlerweile elektrisch und das ohne Probleme. Zumeist muss man im Winter jedoch etwa 10-20 Prozent weniger Ladeleistung hinnehmen.

Die Angaben der Hersteller sind unwahr? Jein, wie bei den Verbrennern wird auch bei E-Autos immer von einer optimalen Strecke mit optimalen Bedingungen ausgegangen, die eben nur eine Richtlinie für den Verbrauch vorgibt. Wie bei Verbrennern muss man daher üblicherweise von rund 10 bis 20 Prozent höherem Verbrauch beziehungsweise niedrigerer Reichweite ausgehen. Der Prüfzyklus, mit dem der Energieverbrauch und die Reichweite angegeben wird heißt WLTP (Worldwide harmonized Light Duty Test Procedure) und ist durch die EU-Kommission mit verschiedenen Phasen für Stadtverkehr, Landstraßen und Autobahn bei konstanten 23,0 Grad Celsius festgelegt.

Wir dürfen nicht vergessen, dass die Entwicklung des modernen E-Autos immer noch relativ in den Anfängen steckt. Es gibt jährlich große Forschungserfolge, die Leistungsstärke der Akkus hat sich in den letzten Jahren stark vervielfacht und wird wohl in ein paar Jahren noch viel stärker aussehen. Schon jetzt sind Wunderakkus zum Beispiel von Toyota mit bis zu 1.200 Kilometer Reichweite zwar noch nicht marktreif, aber in der Entwicklung. Auch die Ladegeschwindigkeiten werden ständig höher.

Wieviel wird gefahren?

In Österreich gibt es rund 5,13 Millionen PKW. Pro Jahr fahren Herr und Frau Österreicher durchschnittlich rund 13.900 Kilometer mit 1,2 Autos. Ungefähr 11.583 Kilometer pro Auto macht das im Schnitt. Die Länge der meisten Autofahrten sind erstaunlich kurz: Rund 80 Prozent aller Fahrten sind kürzer als 20 Kilometer. Nur etwa 5 Prozent sind länger als 50 Kilometer. Insgesamt sind also rund 95 Prozent aller Autofahrten kürzer als 50 Kilometer. Die Reichweitenangst scheint daher im ersten Moment etwas unbegründet. Doch was ist mit den fünf Prozent aller Wege, die doch länger dauern, wie etwa Urlaubsfahrten? In diesem Fall sollte man die Ladestationen am Weg für Pausen gut einplanen.

Idealerweise wird ein E-Auto aber für die regulären Fahrten zwischen einem bis einigen hundert Kilometer genutzt. Für ständige Langstreckenfahrten von 1.000 Kilometern pro Tag oder mehr ist ein Umstieg vom Verbrenner oder Hybrid derzeit schwierig. Das dürfte aber nur eine extrem niedrige Anzahl an Personen in PKWs betreffen.

Laden, Akkus und E-Tankstellen

Das Laden bei E-Autos funktioniert glücklicherweise immer schneller. Voraussetzungen dafür sind eine kraftvolle Ladestation und eine hohe Ladeleistung des Akkus. Aber so schnell wie beim Verbrenner geht es leider immer noch nicht – und das ist auch noch immer die große Schwachstelle bei langen Fahrten.

Mit einem E-Auto sind leider Ladepausen verbunden. Diese werden allerdings von den Automobilklubs ohnehin nach 300 bis 400 Kilometer empfohlen, ganz gleich bei welchem Antrieb. Also aussteigen, Ladekabel an und Beine bewegen, Pinkelpause, einen Kaffee trinken und vielleicht sogar einen Happen essen. Je nach Akkuleistung dauert es mit einem Supercharger meist eine halbe Stunde, mit einer Schnellladestation etwa eine Stunde und bei den öffentlichen Ladesäulen rund 2 Stunden. Das ist schon recht langwierig und es bleibt zu hoffen, dass die Hersteller hier bald deutliche Besserungen schaffen.

Der große Vorteil ist jedoch, dass man von Zuhause nicht extra Tanken fahren muss, sondern das E-Auto bequem über Nacht an die heimatliche Ladestation hängt. Das kommt nicht nur günstiger, es spart die Suche nach Tankstellen im Vorhinein.

Wie beim Handy funktioniert Schnelladen nur bis zu 80 Prozent der Akkuleistung. Das Laden der letzten 20 Prozent, also von 80 auf 100 Prozent dauert meist genausolang wie das Aufladen der ersten 80 Prozent. Idealerweise sollte die Ladung nie unter 20 und bestenfalls auch nie über 80 Prozent kommen, denn so sind die Akkuzellen am wenigsten gestresst.

Wichtig ist auch der SoH (State of Health), der Gesundheitsstatus des Akkus: Je älter und häufig belastet der Akku wurde, desto schlechter kann er Energie aufnehmen und halten. So wird die Reichweite mit den Jahren immer weniger – mittlerweile aber längst nicht mehr so drastisch wie noch vor einigen Jahren.

Tipps für mehr Reichweite beim E-Auto

Wie kann man mehr Kilometer aus seinem Akku herausziehen? Wir haben die besten Tipps zusammengesucht:

  • angenehm kühl: Nicht zu kalt und nicht zu heiß, das E-Auto fühlt sich in einer Garage, Tiefgarage oder zumindest im Schatten deutlich wohler. Hitze und Kälte sorgen für Akkustress und der reduziert die Reichweite.
  • vorausschauendes Fahren: Wie hieß es schon in der Fahrschule? Keine Hektik, sondern lieber vorausschauend Fahren. Weniger aggressives Fahren erhöht die Reichweite. Auch sollte die Tachonadel nicht ständig am Limit sein, wer langsamer fährt, verbraucht viel weniger Strom.
  • Energie rückgewinnen: Nutze die Rekuperation (Bremsenergie-Rückgewinnung) der Motorbremse beim Fahren, dann gewinnst Du Energie wieder zurück.
  • Zusatzleistung vermeiden: Besonders wenn Du im Stau stehst, solltest Du auf alle nicht unbedingt nötigen Verbraucher ein Auge haben, wie zum Beispiel die Klimaanlage, Heizung, Radio oder Licht.
  • leichte Fahrt: Du hast den Kofferraum rammelvoll mit Zeugs? Das ist nicht nur beim E-Auto eine unnötige Belastung. Je weniger Gewicht kutschiert wird, desto mehr Kilometer gehen sich aus.
  • am Ladekabel vorheizen: Im Winter empfiehlt es sich das Auto vorzuheizen, wenn es am Ladekabel hängt. Die Energie geht dann nicht vom Akku ab.

Marken und Modelle von Elektroautos und ihre Reichweite

Wir haben uns eine Reihe von neuen Modellen von E-Autos herausgesucht, die in völlig unterschiedliche Preisklassen fallen. Natürlich können wir nur eine kleine Auswahl zeigen. Wir verlinken beim Autonamen auch direkt zur Seite der Hersteller, wo Du mehr Informationen findest. Wir teilen in Ober- und Mittelklasse, sowie dem Niedrigpreissegment.

Luxus und Oberklasse

Im Luxussegment tut sich eine schöne, neue Elektrowelt auf – teilweise mit fantastischen Reichweiten von über 800 Kilometer. Zugegeben, nichts für die schmale Brieftasche, aber zumindest einen Blick wert.

Lucid Motors

Lucid Motors ist ein US-Hersteller, den es seit 2007 gibt und der sich auf E-Autos spezialisiert hat. Ursprünglich wurde es unter dem Namen Atieva als Zulieferfirma für Auto-Akkus und Antriebe für E-Autos gegründet. Seit 2014 entwickelt es auch selbst Autos. 2016 erfolgte die Umbenennung in Lucid Motors und die Vorstellung des ersten Modells Lucid Air.

  • Air kam Ende 2022 auf den Markt und verfügt über einen 120-kWh-Akku mit einer Ladeleistung von 350 Kilowatt. Der Air hat eine Reichweite von bis zu 839 Kilometer. Für 400 Kilometer lädt er nur 16 Minuten. Dabei kommt er von 0 auf 100 in 3,2 Sekunden. Die Basisversion kostet dafür aber ab rund 109.000 Euro. Je nach Ausstattung kann er aber auch bis zu 218.000 Euro kosten.
  • Gravity ist das zweite Modell, ein Elektro-SUV und wurde 2022 vorgestellt. Er soll Ende 2024 auf den Markt kommen und eine Reichweite von 708 Kilometer erreichen. In 15 Minuten sollen 322 Kilometer nachgeladen werden können.

Tesla

Bei Tesla handelt es sich wohl um einen der bekanntesten E-Auto-Hersteller. Das Unternehmen ist vor allem durch seinen CEO und Investor Elon Musk geprägt. Gegründet wurde es allerdings im Jahr 2003 von Martin Eberhard und Marc Tarpenning, die das erste Modell, den Tesla Roadster, ursprünglich entwickelten.

  • Model S: Das Modell S wurde 2009 vorgestellt und kam 2013 auf den Markt. Mit drei verbauten Elektromotoren gibt bis zu 634 Kilometer Reichweite. Der Kostenpunkt liegt ab rund 106.000 Euro für die günstigste Version. Er schafft es in 2,1 Sekunden von 0 auf 100 und schafft eine Maximalgeschwindigkeit von 322 km/h.
  • Model 3: Der Bestseller unter den E-Autos wurde weltweit über 2 Millionen Mal ausgeliefert. Er kam 2017 auf den Markt. Das Modell 3 schafft bis zu 629 Kilometer und ist ab rund 45.000 Euro zu haben. In 15 Minuten kann es 282 km aufladen.
  • Model X: Mit seinen Flügeltüren ist der X sehr auffällig. Er wurde 2015 auf den Markt gebracht. Er erreicht bis zu 576 Kilometer und kostet ab 110.000 Euro in der Basisversion. In 2,6 Sekunden schafft er es von 0 auf 100.
  • Model Y: Der Elektro-SUV wurde 2019 vorgestellt und kommt in der Basisversion auf rund 60.000 Euro. Es basiert auf dem Model 3, ist aber um rund zehn Prozent größer. Er schafft eine Reichweite von bis zu 533 Kilometer.
  • Cybertruck: Der kantige Cybertruck wurde ebenfalls 2019 vorgestellt, ist aber noch nicht am Markt erhältlich. Er soll 547 Kilometer Reichweite haben und in 2,7 Sekunden von 0 auf 100 kommen.

Mercedes-Benz

Mercedes-Benz baut seit 2012 auch serienmäßig E-Autos. Bereits 1972 gab es das Versuchsfahrzeug LE 306, das vollelektrisch eine Reichweite von 65 Kilometer hatte und die Idee der Bremsenergie-Rückgewinnung vorstellte, die heute als Rekuperation bekannt ist.

Der deutsche Hersteller hat eine lange Tradition, denn bereits 1886 meldete Carl Benz sein „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ zum Patent an. Dies gilt als Geburtsstunde des Automobils, auch wenn Siegfried Marcus, als auch Wilhelm Maybach in Wien und Gottlieb Däumler in Stuttgart zumindest zeitnahe Erfindungen entwickelten. Benz erster Kutschenwagen erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von stattlichen 16 km/h.
  • EQS: Die Elektroversion der S-Klasse bringt bis zu 753 Kilometer auf die Straße. Außerdem schafft er mit seinem 107,8 kWh-Akku auch eine Anhängerlast von 750 Kilogramm ziehen. Dafür kostet er ab rund 110.000 Euro. Er ist in 31 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen.
  • EQE: Dank zwei Hochleistungs-E-Antrieben gibt es eine Reichweite von bis zu 621 Kilometer. Die Basisversion gibt es ab rund 87.000 Euro. Er ist in 32 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen und schafft es in 4,7 Sekunden von 0 auf 100.
  • EQA: Der kompakte EQA ist schon ab rund 50.000 Euro zu bekommen. Er basiert auf dem Verbrennermodell GLA und erreicht bis zu 560 Kilometer. In 32 Minuten ist er zu 80 Prozent geladen.
  • EQB: Er ist ein kleinerer SUV, der ab rund 53.000 Euro erhältlich ist und bis zu 535 Kilometer Reichweite hat. Auch er ist in 32 Minuten zu 80 Prozent geladen.

BMW

Der deutsche Hersteller BMW baute bereits 1972 seine ersten Elektroautos. Eine kleine Flotte von orangefarbenen BMW 1602 wurde anlässlich der Olympischen Spiele gebaut und läuteten die Entwicklung von E-Antrieben bei BMW ein. In elektrische Serienproduktion ging man aber erst ab 2015.

  • i5: Der i5 ist die Elektrovariante des 5ers und schafft eine Reichweite von 560 Kilometer. Er ist in 30 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen. In 6,1 Sekunden ist das Touringauto von 0 auf 100. Ab rund 72.000 Euro ist er zu bekommen.
  • i4: Die Elektrovariante des 3ers schafft bis zu 589 Kilometer mit seinem 80,7 kWh-Akku. Es gibt ihn ab 56.500 Euro.
  • i7: Das 660 PS bringt bis zu 625 Kilometer auf die Straße. Er ist ab rund 115.000 Euro zu haben. Er ist nahezu lautlos.
  • iX: Je nach Ausführung schafft der SUV eine Reichweite von bis zu 630 Kilometer. Er kostet ab rund 77.000 Euro und ist in einer halben Stunde zu 80 Prozent aufgeladen.

Audi

Bei Audi wurde 2009 erstmals ein E-Auto-Konzept vorgestellt.

Der Name e-tron sorgte für Belustigung. So klingt er im Französischen unglücklicherweise nach einem Kothaufen.
  • Q8 e-tron: Der 2,5 Tonnen schwere Q8 schafft bis zu 582 Kilometer und beginnt bei 75.000 Euro.
  • Q4 e-tron: Der Q4 erreicht bis zu 545 Kilometer Reichweite. Er kommt in 5,4 Sekunden von 0 auf 100. Ab rund 53.000 Euro ist er erhältlich.
  • SQ8 e-tron: Der SQ8 schafft nur 458 Kilometer und hat eine Beschleunigung von 4,5 Sekunden von 0 auf 100. Er ist ab rund 120.000 Euro zu haben.
  • E-tron GT quattro: Der Tourer kommt auf 501 Kilometer Sollreichweite bei einer Beschleunigung von 4,1 Sekunden von 0 auf 100. Das Basismodell kostet rund 100.000 Euro.
  • RS e-tron GT: Bis zu 495 Kilometer Reichweite schafft der RS. Er hat eine Beschleunigung von 0 auf 100 von 3,3 Sekunden. Ab 145.500 gibt es ihn in der Basisausführung.

Die Mittelklasse – starke Reichweiten

Polestar

Polestar ist ein schwedisches Unternehmen, das zu den Automobilherstellern Volvo und Geely gehört. Die Marke hat ihren Ursprung im Rennsport und wurde 1996 gegründet. Seit 2017 produziert es Elektroautos und Hybride in China.

  • Polestar 2: Das E-Auto von schafft mit einer Ladung bis zu 655 Kilometer. Er ist ab rund 49.000 Euro zu haben. Je nach Ausführung kommt er von 0 auf 100 in 4,2 Sekunden und schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h. Dabei hat er eine Schleppkraft von bis zu 1,5 Tonnen.
  • Polestar 3: Der SUV erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h und hat eine Reichweite von bis zu 628 Kilometer. Er kann bis zu 2,2 Tonnen Last ziehen. Von 0 auf 100 ist er in 4,7 Sekunden. Er kostet ab rund 90.000 aufwärts.
  • Polestar 4: Der Polestar 4 ist ab rund 58.000 Euro zu bekommen und schafft bis zu 610 Kilometer Reichweite. Er kann bis zu 200 km/h schnell sein und benötigt von 0 auf 100 je nach Ausführung nur 3,8 Sekunden. Dafür kann er bis zu 2 Tonnen Last ziehen. Es gibt ihn sowohl als Allrad als auch als Hinterradantrieb.

Fisker

Das US-Unternehmen Fisker wurde vom dänische Unternehmensgründer Henrik Fisker gegründet. Es lässt in Österreich bei Magna Steyr in Graz bauen.

  • Fisker Ocean: Der Ocean verfügt über ein Solardach für mehr Power und schafft damit bis zu 707 Kilometer Reichweite. Es gibt ihn ab rund 42.000 Euro in der Basisversion. In 3,7 Sekunden kommt er von 0 auf 100.

Die Modelle des Sportwagens Ronin, Pick-up Kayak und des Stadtautos Pear sind noch nicht erhältlich.

Nio

Das chinesische Unternehmen Nio hat seinen Sitz in Shanghai und fertigt seit 2014 Elektroautos. 2020 siedelte Nio sein Design- und Markenentwicklungszentrum mit etwa 70 Angestellten für die Markenentwicklung und Gestaltung der künftigen Produktpalette in München an. Nio bedeutet in den chinesischen Schriftzeichen „Der Himmel wird blau“ und ist eine Anspielung auf die Smog-Problematik in Großstädten. Ab 2024 soll die Reichweite durch eine Feststoffbatterie auf über 1.000 Kilometer erhöht werden.

  • ET 5: Der ET 5 verfügt über eine Reichweite bis zu 560 Kilometer. Er kostet ab rund 47.500 Euro. In 4 Sekunden ist er von 0 auf 100.
  • ET 6: Der SUV schafft bis zu 529 Kilometer Reichweite. In 4,5 Sekunden ist er von 0 auf 100. Er kostet ab rund 53.000 Euro.
  • ET7: Er erreicht 580 Sollreichweite und ist um rund 82.000 Euro zu haben. In 3,8 Sekunden kommt er von 0 auf 100.

Skoda

Der verlässliche Tscheche Skoda produziert seit 2020 auch Elektroautos.

  • Enyaq: Bis 565 Kilometer Reichweite und Basiskosten ab 47.500 Euro.

Ford

Der US-Hersteller Ford produzierte 2012 sein 350-millionstes Auto, nach 109 Jahren Unternehmensgeschichte. Mittlerweile produziert er auch Elektroautos weltweit.

  • Mustang Mach-E: Mit einem 98,8 kWh-Akku schafft der Amerikaner bis zu 600 Kilometer. Die Basisversion gibt es ab rund 56.900 Euro. In 4,4 Sekunden kommt er von 0 auf 100. Nach nur 10 Minuten Ladezeit kann er immerhin 124 Kilometer weit fahren.
  • E-Transit: Das Nutzfahrzeug für Unternehmen bietet eine Reichweite von bis zu 316km. Das Arbeitstier kostet ab 73.500 Euro und lädt in 35 Minuten auf 80 Prozent. Das vollelektrische Modell Explorer wird erst im Frühjahr 2024 vorgestellt. Man möchte 2024 darüber hinaus aber insgesamt sieben Modelle, drei PKW und vier Nutzfahrzeuge, herausbringen.

Citroen

Der französische Hersteller Citroën versuchte schon in den 90ern mit dem AX ein Elektroauto zu produzieren. Es konnte bis zu 100 Kilometer weit fahren, wurde allerdings nur in Kleinstserie aufgelegt. Citroën verabschiedet sich vom Verbrennermotor und forciert zunehmend die Elektrifizierung.

  • ë-C4: Bei bis zu 420 Kilometer Reichweite kostet der C4 nur ab rund 19.000 Euro. Er hat eine Leistung von 115 kW, was etwa 156 PS entspricht.
  • ë-Berlingo: Den Berlingo gibt es mittlerweile nur noch als Elektroauto. Er bietet eine Reichweite von bis zu 280 km bei einer Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. Ab rund 39.000 Euro ist er verfügbar.
  • ë-Spacetourer: Auch der Spacetourer ist nur noch elektrisch verfügbar. Er kommt bis zu 322 Kilometer weit und kann binnen 30 Minuten 80 Prozent seines Akkus aufladen. Als Basispaket kostet er rund 55.000 Euro.

Peugeot

Der französische Hersteller Peugeot produziert eine Reihe an Elektroautos.

  • E-208: Beim Kleinwagen sind bis zu 363 Kilometer drin, er kostet ab rund 28.000 Euro.
  • E-2008: Der SUV hat eine Reichweite von bis zu 346 Kilometern. Er kostet ab 39.000 Euro. Bei 150 km/h wird abgeriegelt.
  • E-Rifter: Mit dem Van schafft man bis zu 278 Kilometer. Er kostet ab 42.000 Euro.
  • e-Traveller: Der große Van schafft bis zu 223 Kilometer und kostet ab rund 55.000 Euro.

Die Günstigen

In der Luxus- und Mittelklasse ist es leicht ein E-Auto mit großer Reichweite zu finden. Doch wie sieht es bei den günstigeren E-Autos aus? Auch bei den Autos unter 40.000 Euro erreicht man meist etwa 300 bis 500 Kilometer Reichweite. Bei den besonders günstigen Kleinwagen sind nur kleine Akkus verbaut – die natürlich eine deutlich geringere Leistung haben. Bei Autos unter 30.000 Euro Kaufpreis gibt es meist eine Reichweite von rund 200 bis 350 Kilometer.

BYD

Der chinesische Hersteller BYD produziert ausschließlich Elektroautos. Es ging 2003 aus dem Mischkonzern BYD hervor, der besonders für die Produktion von Akkus bekannt ist. Wurde BYD vom Tesla-Inhaber Elon Musk noch vor zehn Jahren verspottet, so musste dieser im vierten Quartal 2023 anerkennen, dass BYD über 35.000 mehr E-Autos als der bisherige Marktführer Tesla produzierte.

BYD wird fälschlicherweise oft als Akronym für den Marketingslogan „Build Your Dreams“ interpretiert, dabei ist es lediglich die Abkürzung des latinisierten chinesischen Firmennamen BǐYàDí.
  • Dolphin: Der Kleinwagen schafft 427 Kilometer und ist ab rund 31.000 Euro erhältlich.
  • Seal: Der Allrad kommt auf 570 Kilometer Sollreichweite und beschleunigt in 3,8 Sekunden von 0 auf 100. Ein Highlight ist das Panorama-Schiebedach. In der Basisversion kostet er rund 45.000 Euro.
  • Tang: Der SUV kommt auf bis zu 528 Kilometer und beschleunigt von 0 auf 100 in 4,6 Sekunden. Er ist ab rund 70.000 Euro zu haben.
  • Han: Der sportliche Han kommt auf bis zu 662 Kilometer Reichweite und beschleunigt in 3,9 Sekunden von 0 auf 100. Er kostet ab rund 70.000 Euro.
  • Atto 3: Der SUV schafft bis zu 420 Kilometer und kostet ab rund 38.000 Euro. Er benötigt 7,3 Sekunden von 0 auf 100.

Renault

Renault gilt als Pionier der Elektromobilität. Bereits 1937 sorgt der französische Hersteller mit einer rein elektrischen Flotte von Elektrotaxis auf der Weltausstellung in Paris für Aufsehen. Auch in den 50ern, 60ern 70ern und 90ern gab es immer wieder elektrische Modelle, meist aber nur in sehr geringer Anzahl. Seit 2011 wurden Elektrofahrzeuge in großen Serien produziert. Die Motoren kommen ohne seltene Erden aus.

  • Zoe: Der Klassiker unter den E-Autos schafft bis zu 395 Kilometer und kostet ab 32.000 Euro. Seitdem hat er es immer wieder geschafft, den Titel meistverkauftes Auto zu erringen. Renault hat angekündigt die beliebte Serie aber nicht mehr neu aufzulegen.
  • Twingo E-Tech Electric: Für den kleinen Franzosen zahlt man ab 23.000 Euro und kommt damit bis zu 270 Kilometer weit.
  • Megane E-Tech Electric: Die bequeme Limousine schafft bis zu 470 Kilometer Reichweite und 150 km/h Höchstgeschwindigkeit. Die Basisversion kostet ab rund 35.000 Euro.
  • Scenic E-Tech Electric: Bis zu 625 Kilometer Reichweite bei Kosten ab rund 41.000 Euro. Der Scenic ist zu 90 Prozent recycelbar und hat eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h.
  • Kangoo E-Tech Electric: Der Kangoo schafft bis zu 314 Kilometer Reichweite. Er ist ab rund 39.000 Euro erhältlich. Der Hochdach-Kombi ist auch als Nutzfahrzeug erhältlich.
  • Trafic Van E-Tech Electric: Ab rund 43.000 Euro gibt es das Arbeitstier, das bis zu 294 Kilometer Reichweite hat und über fast 9 Kubikmeter Ladevolumen verfügt.
  • Master E-Tech Electric: Das Nutzfahrzeug verfügt über 22 Kubikmeter Ladevolumen und kann in zwei Stunden 80 Prozent des Akkus aufladen. Er erreicht bis zu 204 Kilometer Reichweite und kostet ab 58.000 Euro.
  • R5 E-Tech Electric: Die elektrische Neuauflage des R5 wurde erst vorgestellt und ist noch nicht erhältlich. Er soll eine Reichweite von 400 Kilometern haben und nachhaltig aus mindestens 22 Prozent recyceltem Material in Frankreich hergestellt werden. Selbst wird er zu über 85 Prozent recycelbar sein.

Dacia

Das rumänische Unternehmen Dacia gehört zu Renault.

  • Spring: Der Spring kostet in der Basisversion rund 23.000 Euro. Er kommt bis zu 230 Kilometer weit.

Fiat

Das italienische Unternehmen Fiat hat den Cinquecento-Nachfolger elektrisch neu aufgelegt.

  • 500 Elektro: Der Cinquecento-Nachfolger schafft bis zu 190 Kilometer und kostet ab rund 17.500 Euro.

VW

Der deutsche Autohersteller VW hat seit den 1970ern eine Zukunftsforschungsabteilung, die am elektrischen Antrieb tüftelte. Seit 2013 gibt es mit dem e-Golf eine elektrische Serie. Die neuen Elektromodelle heißen ID.

  • ID.3: Die Stromvariante zum Golf kostet ab rund 40.000 Euro und erreicht bis zu 573 Kilometer Reichweite.
  • ID.4: Der etwas größere ID.4 schafft bis zu 543 Kilometer Reichweite und kostet rund 44.000 Euro.
  • ID.5: Mit der Limousine kommt man bis zu 553 Kilometer weit. Sie kostet ab rund 51.000 Euro.
  • ID.7: Der sportliche ID.7 kostet ab rund 60.000 Euro. Er kommt bis zu 621 Kilometer weit und hat eine Anhängelast von bis zu einer Tonne.
  • ID.Buzz: Die Elektro-Neuauflage des Bulli hat eine Sollreichweite von 420 Kilometer und kostet ab rund 60.000 Euro.

Opel

Der deutsche Autohersteller Opel bietet eine Reihe Elektroautos.

  • Corsa Electric: Für den elektrischen Corsa muss man mit etwa 34.000 Euro rechnen, er kommt auf bis zu 405 Kilometer. In 27 Minuten hat er die Akkuladung auf 80 Prozent oben.
  • Mokka Electric: Der Stadtflitzer kostet ab rund 38.000 Euro und bietet bis zu 342 Kilometer Reichweite. In 30 Minuten hat er 80 Prozent Ladeleistung.
  • Combo Life Electric: Der Van hat eine Reichweite von bis zu 285 Kilometer und kann in 30 Minuten 80 Prozent seines Akkus aufladen. Er kostet ab rund 43.000 Euro.
  • Zafira Electric: Der große Van schafft bis zu 339 Kilometer Reichweite und kostet ab rund 54.000 Euro.

Nissan

Nissan ist ein japanisches Auto, das mittlerweile auch ein Elektroauto im Sortiment hat.

  • Nissan Leaf: Der Japaner läuft bis zu 270 Kilometer und ist ab rund 36.000 Euro zu bekommen.

Hyundai

Der Koreaner Hyundai bietet nun auch Elektroautos im Niedrigpreissegment.

  • Ioniq 5: Der Ioniq 5 schafft bis zu 384 Kilometer und kostet ab rund 44.000 Euro.
  • Ioniq 6: Die Elektroversion bietet bis zu 614 Kilometer. Er kostet ab rund 44.000 Euro.
  • Kona: Der SUV kostet ab 42.000 Euro und schafft bis zu 305 Kilometer.

MG

Stand die ursprünglich britische Automarke MG für Luxus, ist sie heute nach Kauf der Markenrechte in chinesischer Hand und produziert günstige Autos.

  • MG 5 Electric: Der Kombi schafft bis zu 320 Kilometer und kostet ab 38.000 Euro.
  • MG 4 Electric: Die Fließhecklimousine kostet ab rund 35.000 Euro und erreicht bis zu 450 Kilometer Reichweite.
  • MG ZS EV: Der SUV schafft bis zu 440 Kilometer Reichweite und kostet ab rund 34.000 Euro.
  • MG Marvel R Electric: Der große SUV kostet ab rund 47.000 Euro und verfügt über eine Reichweite von bis zu 540 Kilometer.

( Zuletzt aktualisiert: 23.02.2024. Ursprünglich veröffentlicht: 12.01.2023 )

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Über die Autorin
Geschrieben von Mag. Victoria Breitsprecher, MA
Mag. Victoria Breitsprecher, MA
Victoria ist technische Redakteurin bei tarife.at. Sie bringt hochkomplizierte, technische Begriffe in eine verständliche Sprache. Unterstützung bekommt die Technik-Liebhaberin von ihrem Büro-Hund, Herr Baron 🐶.

Häufige Fragen zum Thema Maximale Reichweite von E-Autos - Wie weit kommt Elektromobilität?

Ja, Du kannst Dein Elektroauto natürlich einfach an die Haushaltssteckdose hängen, aber das dauert dann halt ewig lang. Das Problem ist aber vor allem, dass Haushaltsleitungen für eine hohe und dauerhafte Stromlast nicht ausgelegt sind, und dies kann zu Kabelbränden führen. Eine Wallbox ist hingegen viel sicherer.

Doch es geht nicht nur um Sicherheit, auch kannst Du Deine Wallbox mit einer Solaranlage koppeln und dann Strom laden, wenn Deine PV-Anlage gerade besonders viel Strom erzeugt.


Bei Autos ist der Wirkungsgrad extrem unterschiedlich je nachdem welcher Antrieb genutzt wird. Einen sehr schlechten Wirkungsgrad haben Benzinmotoren, die meist zwischen 20 und 25 Prozent der zugeführten Energie auch in Bewegung umsetzen können. Die anderen 75 Prozent gehen als Abwärme und durch Reibung verloren und können nicht genutzt werden.

Dieselmotoren haben einen etwas besseren Wirkungsgrad mit rund 30 bis 35 Prozent. Doch auch hier geht der Großteil der zugeführten Energie nicht in die Bewegung, sondern in ungenutzte Wärme auf.

Sehr effizient sind hingegen E-Autos mit einem Wirkungsgrad von rund 70 bis 90 Prozent. Dies liegt daran, dass hier keine Verbrennung stattfindet, die die zugeführte Energie in Wärmeenergie umwandeln würde.

Am schlechtesten schneiden E-Fuels ab, denn diese haben einen schlechten Ausgangswert und liefern weniger Energie, zudem wird bei ihrer Erzeugung sehr viel mehr Energie benötigt. Sie haben einen Wirkungsgrad von nur rund 10 Prozent von der Energiequelle bis zum Fahrzeugrad.


Würden von heute auf morgen in Österreich alle Autos auf E-Autos umgestellt, würden diese also etwa 8,9 Terawattstunden (TWh) in einem Jahr benötigen. Der Gesamtenergieverbrauch für Benzin und Diesel, für deren Erzeugung auch Strom verbraucht wird, liegt bei etwa 7 TWh. Wenn wir diese Energieleistung vom Gesamtverbrauch der Elektroautos abziehen, bleiben nur 1,9 TWh an Mehrverbrauch. Diese Energie wäre durch ein weiteres Laufkraftwerk in der Größe von Altenwörth gedeckt, das etwa 2 TWh Leistung aus erneuerbarer Wasserkraft erzeugt. Nicht hineingerechnet sind hier die extremen Mengen an Energie, die in der Erdölförderung, dem Transport des Rohöls und dem Energieaufwand für den Transport zur Tankstelle benötigt werden. In diesem Fall bliebe uns sogar viel Energie über, wenn wir auf Elektroautos umsteigen.


Wieviel Strom ein E-Auto verbraucht variiert stark: Ein Fiat 500e verbraucht laut Herstellerangaben lediglich 13 kWh pro 100 km, ein fetter Mercedes-Benz EQS 450+ schluckt für die gleiche Strecke hingegen 16 KWh. Der durchschnittliche Verbrauch eines E-Autos liegt im Moment bei rund 15 kWh für 100 Kilometer, also 150 Wh pro Kilometer. Die Tendenz geht nach unten. Die Gesetze der Physik gelten für E-Autos wie Verbrenner gleichermaßen: Je größer und schwerer das Auto, desto mehr Energie benötigt es, um beschleunigt zu werden.