2G/GSM soll voraussichtlich bis 2030 abgeschaltet werden. Die Abschaltung soll Platz für leistungsstärkere Mobilfunkstandards wie LTE und 5G machen.
3G/UMTS wurde bereits Mitte 2025 abgeschaltet, um mehr Platz für die energiesparenderen und leistungsstärkeren 4G und 5G-Frequenzen zu schaffen. Nun soll es auch 2G an den Kragen gehen. Die Abschaltung soll, wie auch bei 3G schrittweise erfolgen.
2G Abschaltung durch die Anbieter
Laut der Regulierungsbehörde RTR soll 2G voraussichtlich bis 2030 abgeschaltet werden. Langsam nehmen die Pläne der drei Netzbetreiber A1, Magenta und Drei dazu Gestalt an.
- 2G Abschaltung durch A1: A1 plant eine Abschaltung mit 31.05.2028. Alle Infos findest Du hier auf der Seite von A1.
- 2G Abschaltung durch Magenta: Laut eigenen Angaben beschäftigt sich Magenta bereits intensiv mit der 2G-Abschaltung, kommuniziert aber noch kein festes Datum dafür.
- 2G Abschaltung durch Drei: Laut eigenen Angaben plant Drei eine Abschaltung von 2G in den nächsten Jahren, aber hat hierfür noch kein festes Datum ins Auge gefasst.
Vorteile durch die 2G Abschaltung
2G ist mittlerweile für Telefonie kaum noch interessant, außer bei Notrufen in sehr abgelegenen Gebieten. Hier ist die Eigenschaft von Frequenzen von Bedeutung: 2G nutzt meist niedrige Mobilfunkfrequenzen, die zwar weniger Datenmengen stemmen können, dafür aber eine hohe Reichweite haben. Sie können großflächig in abgelegenen Regionen dafür sorgen, dass es keine Funklöcher gibt. Mit der 2G-Abschaltung können die leistungsfähigeren Mobilfunkstandards 4G- und 5G diese Frequenzen nutzen und damit mehr Datenmengen gleichzeitig transportieren.
Dieser Gewinn durch bessere Mobilfunkstandards wird auch „Digitale Dividende“ genannt.
Nachteile durch die 2G Abschaltung
Wenn es so starke Vorteile gibt, warum passiert die Abschaltung dann nicht gleich? Zum einen gibt es Probleme für alle, die sehr alte Handys haben – dies betrifft vor allem Seniorenhandys, die noch kein LTE und 5G funken können. Diese Handys werden unbrauchbar.
Aber auch viele M2M-Anwendungen nutzen teilweise ausschließlich den 2G-Standard, wie zum Beispiel Alarmanlagen, Steuergeräte, Bezahlterminals, Fahrkartenautomaten oder eCall-Systeme in Autos. Eine Umstellung kann hier technisch mitunter sehr aufwändig und teuer sein.
Ein weiterer Punkt betrifft noch drastischere Probleme: Bei der Abschaltung von 2G waren in Australien und Schweden Notrufe teilweise nicht möglich. Dies endete bedauerlicherweise für einige Personen tödlich. Man bemüht sich daher aus diesen Fehlern zu lernen um solche Probleme schon vorab zu lösen.
Mobilfunkabschaltungen von 2G und 3G weltweit
Nicht nur in Österreich schaltet man die alten Netze ab. 2G und 3G-Netze werden weltweit abgeschaltet, weil Mobilfunkbetreiber das Spektrum für moderne Mobilfunkstandards nutzen müssen. Die Schweiz, Schweden, Singapur, Island, Niederlande und Australien haben die 2G-Netze bereits abgeschaltet. Auch in den USA, Kanada, Russland, Norwegen, Frankreich, Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern plant man den Ausstieg oder ist man bereits nahezu fertig. Global sind mehrere hundert Netze im Abschaltprozess.
( Artikel veröffentlicht: 14.04.2026 )