Stromimport und Stromexport Österreichs

Stromimport und Stromexport Österreichs

Österreich ist seit 2024 wieder in ein Stromexportland. Der Anteil von Strom aus Erneuerbaren wird dabei immer höher.

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In den letzten Jahren war Österreich Nettostromimporteur – wir haben also mehr Strom verbraucht, als wir erzeugen konnten, und mussten Strom einkaufen. Seit 2024 sind wir allerdings wieder Nettoexporteur – wir erzeugen bilanziell mehr Strom, als wir verbrauchen und können daher welchen ins Ausland verkaufen.

Wie war es denn früher? In den 1960ern entwickelte sich Österreich dank der Wasserkraftwerke zu einem Stromexportland. Erst 2001 erfolgte die Wende zu einem Nettoimportland. 2024 konnten wir dies wieder umkehren und exportieren mehr Strom, als wir importieren.

Import und Export von Strom

Die Stromerzeugung stieg 2024 auf rund 82 Terawattstunden (TWh), während der Verbrauch bei rund 64,5 TWh lag. Der Erzeugungsmix war 2024 stark durch Wasserkraft geprägt (60 Prozent), gefolgt von Wind- und Solarenergie (20 Prozent), fossilen Kraftwerken (knapp 15 Prozent) sowie CO2-neutralen thermischen Quellen wie Biomasse (rund fünf Prozent). Bilanziell konnte Österreich im Jahr 2024 an 243 Tagen Strom ins Ausland exportieren.

Strom wird erzeugt und muss in dem Moment verbraucht werden, indem er ins Netz gespeist wird. Noch gibt es nämlich keine Stromspeicher im großen Stil. Strom wird daher laufend exportiert und importiert, die Differenz aus den beiden bezeichnet man als Nettostromimport.

An großen Stromspeicherkonzepten wird bereits gearbeitet: Dafür könnten zum Beispiel große Speicherseen, Akkuanlagen, kinetische Konzepte und die Wasserstofferzeugung dienen. Teilweise sind diese Lösungen nicht nur gedacht, sondern bereits realisiert und scharren in den Startlöchern, um kommerziell genutzt zu werden.

Starke erneuerbare Energie

In Österreich wird seit jeher stark auf die Erneuerbaren gesetzt – schon lang bevor dieser Begriff verwendet wurde. Mit einem Anteil von über 85 Prozent an erneuerbaren Energien liegen wir im EU-Vergleich sehr weit vorne.

Besonders stark ist traditionell die Wasserkraft. Sie stemmt rund 60 Prozent unserer Stromerzeugung und damit rund zwei Drittel der erneuerbaren Energien. Sowohl Wasserkraft, als auch Windkraft und Photovoltaik konnten starke Zuwachsraten vorweisen.

Bilanziell konnte im ersten Quartal 2024 rund 93 Prozent des österreichischen Stromverbrauchs mit den Erneuerbaren gedeckt werden. Das ist insofern ganz erstaunlich, da die Stromproduktion vor allem aus Wasserkraft und Sonnenkraft in den Wintermonaten meist zurückgeht. Bis 2030 soll der heimische Strombedarf zu 100 Prozent (zumindest bilanziell) durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Dieses Ziel ist nun in greifbarer Nähe.

Stromkennzeichnung

Durch die verpflichtende Stromkennzeichnung durch Zertifikate ist seit 2015 gesichert, dass kein Atomstrom mehr aus dem Ausland importiert wird. Doch ist in jedem Tarif, der Ökostrom anbietet, auch wirklich Ökostrom drin? Da wird es schwierig. Mehr Infos findest Du hier in unserem Ratgeber Sauberer Strom: Stromkennzeichnung, Herkunftsnachweis und gemeinsamer Handel .

Ökostrom kann nämlich manchmal auch nur mit Zertifikaten erhandelt werden. Man spricht hier auch von sogenanntem Greenwashing. Wichtigster Punkt dafür ist der gemeinsame Handel von Strom und Zertifikat. Dies findest Du bei jedem Tarif bei uns in den Details unter „Herkunft“ genannt.

In unserem Vergleich kannst Du gezielt nach echtem Ökostrom suchen, der ausschließlich Strom und Zertifikat aus gemeinsamem Handel beinhaltet: Hier findest Du den besten Ökostromtarif. Da kannst Du zusätzlich den Reiter „Mit UZ46“ aktivieren. Dann bekommst Du nur Tarife gezeigt, die dem Österreichischen Umweltzeichen entsprechen. Bei diesen ist der getrennte Handel von Zertifikaten und Strom ist nicht zulässig und Du kannst Dir sicher sein.

( Artikel veröffentlicht: 19.05.2025 )

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Über die Autorin
Geschrieben von Mag. Victoria Breitsprecher, MA
Mag. Victoria Breitsprecher, MA
Victoria ist technische Redakteurin bei tarife.at. Sie bringt hochkomplizierte, technische Begriffe in eine verständliche Sprache. Unterstützung bekommt die Technik-Liebhaberin von ihrem Büro-Hund, Herr Baron 🐶.

Häufige Fragen zum Thema Stromimport und Stromexport Österreichs

Die Stromerzeugung stieg 2024 auf rund 82 Terawattstunden (TWh), während der Verbrauch bei rund 64,5 TWh lag. Bilanziell konnte Österreich im Jahr 2024 an 243 Tagen Strom ins Ausland exportieren.


Gelegentlich steht leider Greenwashing dahinter. Das Zauberwort dafür ist “gemeinsamer Handel”: Wenn Dein Anbieter angibt, dass er 100 Prozent Strom aus Wasserkraft zu 100 Prozent aus Österreich und zu 100 Prozent gemeinsamer Handel nennt, dann gratulieren wir. Dann hast Du mit Sicherheit Strom, der aus Österreich und aus einer erneuerbaren Energiequelle stammt. Das liegt daran, dass der Strom gemeinsam mit dem Zertifikat erworben wurde. Ein sehr deutliches Zeichen, dass Du wirklich Strom aus österreichischer Wasserkraft bekommst. Wenn der gemeinsame Handel hingegen nur einen niedrigen Prozentsatz aufweist, dann ist die Quelle ungewiss.


Wenn Du Dir Deinen Tarif ausgesucht hast, kannst Du in den Tarifdetails einen Blick auf das Preisblatt werfen. Dies kannst Du natürlich auch auf der Webseite Deines Anbieters. Außerdem muss die Stromzusammensetzung in Österreich auf jeder Stromrechnung ausgewiesen sein. Dort findet sich zu welchem Prozentanteil die zur Kennzeichnung eingesetzten Nachweise stammen: aus fester oder flüssiger Biomasse, Biogas, Deponie- und Klärgas, geothermischer Energie, Wind- und Sonnenenergie, Wasserkraft, Erdgas, Erdöl und dessen Produkte, Kohle oder Nuklearenergie. Dies ist mit Tortendiagrammen dargestellt, die Technologie, Herkunft und gemeinsamen Handel nennen.

Doch Halt – was ist der „gemeinsame Handel“? Wenn Dein Stromanbieter einen Tarif hat, der angibt zu 0 Prozent in gemeinsamen Handel erworben worden zu sein, schaut es nicht gut für sauberen Strom aus. Denn hier wurde das Zertifikat für Ökostrom und der eigentliche Strom getrennt gekauft. Wenn Du Glück hast, hat der Anbieter die Zertifikate nur nicht zeitgleich erworben, doch meist steht leider einfach Greenwashing dahinter. Das bedeutet, dass zwar die Zertifikate für Ökostrom aus Österreich gekauft wurden, aber der Strom wohlmöglich Atomstrom aus dem Ausland ist. Je höher die Prozentzahl beim gemeinsamen Handel ist, desto sicherer ist auch die Quellenangabe für die Herkunft Deines Stromes.