Big Oil gegen Windkraft: ExxonMobil, Shell, Chevron USA und Marathon Oil zahlten mehr als 100 Millionen Dollar um Stimmung gegen Windkraft zu machen.
Es ist kein Geheimnis: Ölkonzerne haben nachweislich bereits in den 1970ern die Forschungsergebnisse zum Klimawandel unterdrückt und mit falschen Behauptungen gegengesteuert – worauf bis heute noch immer viele hereinfallen. Nun gab es binnen fünf Jahren von Ölfirmen auch Finanzspritzen von mehr als 100 Millionen Dollar für Anti-Windkraft-Kampagnen in den USA.
Forschende des Climate and Development Lab (CDL) der Brown University konnten nachweisen, dass die Ölkonzerne ExxonMobil, Shell, Chevron USA und Marathon Oil verschleiert Anti-Windkraft-Kampagnen in den USA finanziert haben.
In 5 Jahren mehr als 100 Mio Dollar
Allein in der Zeit von Januar 2020 bis Mai 2025 in New England konnten durch die Forschenden fünf große juristische Netzwerke identifiziert werden, die mit mehr als 100 Millionen Dollar Spenden unterhalten wurden. Mit diesem Geld wurden unter anderem Werbekampagnen finanziert, die die Bevölkerung aufhetzen sollten. Zusätzlich wurden auch interessengeleitete Gutachten für Erdölkonzerne davon gekauft. Ebenso wurde davon eine Unzahl an Klagen gegen Windkraftprojekte bezahlt. Dies führte ebenfalls zu Zweifel in der Bevölkerung und bei Entscheidungsträgern, vor allem aber zu zeitlichen Verzögerungen bei der Umsetzung von Windkraft-Projekten.
Die Netzwerke bestanden aus Klimaleugnungs-Organisationen, Anwaltskanzleien, lokalen Anti-Windkraft-Gruppierungen, Werbeagenturen, Fischereifirmen und als Umweltschutz getarnten weiteren Lobby-Koalitionen, so der CDL-Report. Die Forschenden bezeichnen die Netzwerke als „rechtliche Verfilzung“, die Mittel flossen nicht direkt, sondern immer über Umwege mit starken persönlichen oder finanziellen Verbindungen.