Die Internationale Energieagentur (IEA) lobt Österreich für den hohen Anteil Erneuerbarer wie der Wasserkraft und für die Speicher des Energiesystems. Kritik gibt es aber beim Tempo des Ausbaus um Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Unabhängigkeit von fossilen Importen langfristig zu sichern.
Der veröffentlichte Länderbericht der IEA bescheinigt Österreich eine starke Ausgangsposition für die Transformation des Energiesystems. Gleichzeitig macht er deutlich: Es benötigt mehr Tempo beim Ausbau von Erneuerbaren, Netzen und Flexibilitäten.
Österreich liegt bei der Transformation des Energiesystems zwar generell gut im Rennen: Unsere Wasserkraft, unsere Speicher, der hohe Anteil erneuerbarer Stromerzeugung und die grenzüberschreitenden Verbindungen verschaffen uns eine Spitzenposition.
Der Ausbau sollte aber dennoch schneller gehen, vor allem angesichts anhaltender geopolitischer Unsicherheiten. Daher plädiert die Oesterreichs Energie, die Interessenvertretung der österreichischen E-Wirtschaft, für einen konsequenten Ausbau und die Beseitigung von bürokratischen Hürden. Nur so seien Versorgungssicherheit, leistbare Energie und Wettbewerbsfähigkeit langfristig sicherbar.
Ausbauziele wohl nicht erreichbar
Der Ausbau von Photovoltaik und Windkraft scheint stark, dennoch kann derzeit nur rund jede fünfte Stunde vollständig aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden, so die Oesterreichs Energie. Auch im Bericht der IEA ist der schleppende Ausbau der Windkraft ein starker Kritikpunkt. Dabei würde ausgerechnet die Windkraft die Winterlücke schließen können. Denn um saisonale Schwankungen abzufangen und die Versorgung in den Wintermonaten zu sichern, braucht das Stromsystem künftig deutlich mehr Windenergie. Nach Einschätzung der IEA ist das Ziel von zusätzlich rund 10 Terawattstunden bis 2030 mit den derzeitigen Rahmenbedingungen aber kaum erreichbar.
Jede zusätzliche Kilowattstunde Windenergie verringert die weiterhin hohe fossile Abhängigkeit in der kalten Jahreszeit und stärkt die Resilienz Österreichs.
Barbara SchmidtGeneralsekretärin von Oesterreichs Energie
Heimischer Ausbau statt Import
Auch in den Bereichen Wärme und Verkehr sieht die IEA starken Aufholbedarf. Die Elektrifizierung dieser Bereiche ist ein wesentlicher Hebel, um Importe von Öl und Gas zu reduzieren. Ein zentraler Hebel für mehr Umsetzungstempo ist das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG). Die IEA und die Oesterreichs Energie kritisieren, dass Verzögerungen bei Reformen den Ausbau bremsen. Nun soll das EABG Verfahren beschleunigen, Planungssicherheit schaffen und Investitionen in den Ausbau erleichtern. Dies soll Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und die Unabhängigkeit von fossilen Importen forcieren. Daher appelliert die Oesterreichs Energie nun an den Gesetzgeber, das EABG möglichst rasch zu beschließen.