Wasserstoff ist ein wichtiger Baustein in der Energiewende. Er soll es möglich machen aus fossiler Energie auszusteigen und Klimaneutralität zu erreichen.
Wasserstoff ist das am häufigsten vorkommende chemische Element des bekannten Universums. Es stellt einen Massenanteil von fast 70 Prozent, kommt jedoch fast ausschließlich in Verbindungen vor. In Reinform ist es hingegen sehr selten.
Die Herstellung von Wasserstoff kann unterschiedlich erfolgen. Jede Methode ist nach unterschiedlichen Farben benannt:
- grüner Wasserstoff: Hier wird Wasser mittels Strom in seine Komponenten Sauerstoff und Wasserstoff gespalten. Dies wird auch Elektrolyse genannt. Der Strom dafür kommt aus erneuerbaren Energiequellen wie Windkraft, Wasserkraft oder Sonnenenergie. Grüner Wasserstoff ist CO2-neutral.
- oranger Wasserstoff: Biomasse oder Strom aus Abfallverwertungsanlagen wie Müllheizkraftwerken werden genutzt um Wasserstoff zu erzeugen.
- gelber (gelegentlich auch pinker) Wasserstoff: Für die Elektrolyse wird Atomstrom genutzt.
- türkiser Wasserstoff: Dabei wird Erdgas in Wasserstoff und festen Kohlenstoff gespalten. Dies wird auch Methanpyrolyse genannt. Der feste Kohlenstoff wird zu einem Granulat, das entweder gelagert oder später verbrannt werden kann.
- grauer Wasserstoff: Hier werden mittels Dampfreformierung fossile Brennstoffe wie Erdgas, Kohle oder Öl zu Wasserstoff verarbeitet. Dabei entsteht als Abfallprodukt CO2, das in die Atmosphäre abgegeben wird.
- blauer Wasserstoff: Hier kommt ebenfalls Dampfreformierung zum Einsatz, allerdings wird das CO2 danach unterirdisch gelagert.
Ausbaustrategie und Klimaziele Österreichs
Die offizielle Ausbaustrategie Österreichs:
- Bis 2030 sollen 1 Gigawatt Elektrolysekapazitäten in Österreich installiert werden. Die Strategie geht hier von einer 50-prozentigen Auslastung aus. Das entspricht in etwa 4,35 Terawattstunden. So sollen 80 Prozent des aktuellen fossilen Wasserstoffbedarfs auf grünen Wasserstoff umgestellt werden.
- Bis 2040 geht man von einem Wasserstoffbedarf zwischen 67-75 Terawattstunden aus. Von diesem Bedarf können 16-25 Terawattstunden ausschließlich mit Wasserstoff gedeckt werden. Der Rest könnte laut der Strategie auch mit Methan gedeckt werden. Unklar bleibt in der Strategie der Ausbaupfad nach 2030. Hier werden keine konkreten Ziele festgelegt.
Außerdem soll Wasserstoff soll in Zukunft ausschließlich dort eingesetzt werden, wo fossiles Gas nicht ersetzbar ist. Dies wäre in der chemischen Industrie, der Stahlindustrie, dem Flugverkehr, dem Schiffsverkehr und im Energiesystem für den Spitzenlastausgleich der Fall. Zum Einsatz kommen soll Wasserstoff auch in Hochtemperaturprozessen, im Fernverkehr und bei Reisebussen – jedoch soll dies in der Priorität den anderen Bereichen nachgereiht werden. Nicht eingesetzt werden soll Wasserstoff bei Niedertemperaturprozessen, PKWs, Zuliefer-LKWs und der Heizung.
( Artikel veröffentlicht: 17.06.2024 )