Regelmäßiger Wechsel spart ein Drittel vom Energiepreis

verfasst am 28.8.2026
Regelmäßiger Wechsel spart ein Drittel vom Energiepreis

Unsere Langzeitanalyse belegt: Wer seit 2024 regelmäßig wechselt, hat durchschnittlich im Haushalt rund 450 Euro pro Jahr bei Strom und fast 700 Euro bei Gas gespart. Für Unternehmen liegt die durchschnittliche Ersparnis sogar bei über 5.200 Euro pro Jahr bei Strom und mehr als 2.400 Euro bei Gas.

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Haushalte, die seit Anfang 2024 konsequent zum jeweils günstigsten Anbieter gewechselt haben, zahlten beim Energiepreis für Strom und Gas im Schnitt rund ein Drittel weniger als jene, die beim günstigsten Tarif ihres Landesversorgers geblieben sind.

Der Energiepreis ist jene Position, die bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa die Hälfte der Rechnung ausmacht – und die einzige, über die Haushalte selbst entscheiden.

Wir haben die Energiepreise in Österreich in den üblichen Verbrauchsstufen jeweils bei Strom (2.600, 7.500, 15.000 und 90.000 kWh) und Gas (8.000, 25.000 und 90.000 kWh) seit Q1 2024 bis heute (Q3 2026) analysiert. In 97,8 Prozent aller Vergleiche war ein Alternativanbieter billiger als der Landesversorger!

Ersparnis hängt stark vom jeweiligen Landesversorger ab

Beim Strom zahlten Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 2.600 kWh beim Landesversorger im Durchschnitt 158 Euro pro Jahr mehr. Der günstigste Alternativtarif war um 30,7 Prozent günstiger. Bei 7.500 kWh betrugen die Mehrkosten stolze 454 Euro (32,8 Prozent), bei 15.000 kWh sogar 877 Euro (32,1 Prozent).

Dabei ist besonders spannend, wie unterschiedlich die Kosten je nach Versorger sind: Die größte durchschnittliche Ersparnis ergab sich gegenüber der Salzburg AG (41,4 Prozent), gefolgt von Energie Steiermark (40,4 Prozent), Burgenland Energie (40,3 Prozent) und EVN (39,6 Prozent). Am unteren Ende lagen TIWAG (14,7 Prozent) und VKW (18,7 Prozent), Wien Energie lag mit 25,9 Prozent dazwischen. Wie viel ein Anbieterwechsel bringt, hängt damit wesentlich davon ab, in welchem Netzgebiet sich ein Haushalt befindet.

Durchschnittliche Ersparnis bei Strom gegenüber dem Landesversorger, Q1/2024 bis Q3/2026.

Hohe Ersparnis beim Gas

Beim Gas war die Ersparnis im Schnitt noch größer als bei Strom. Gleichzeitig spielte es eine kleinere Rolle, wo sich ein Haushalt befindet. Die Werte der neun Landesversorger lagen näher beieinander als beim Strom.

Bei 8.000 kWh Jahresverbrauch zahlten Haushalte beim Landesversorger 222 Euro mehr als beim günstigsten Alternativtarif – eine Ersparnis von 32,9 Prozent. Bei 25.000 kWh waren es 694 Euro und 34,5 Prozent. Die größte Ersparnis ergab sich gegenüber der Energie Steiermark (44,1 Prozent), gefolgt von Energie AG (39,3 Prozent) und Burgenland Energie (37,2 Prozent). Die geringsten Werte zeigten TIGAS (26,4 Prozent) und Wien Energie (28,4 Prozent).

Durchschnittliche Ersparnis bei Gas gegenüber dem Landesversorger, Q1/2024 bis Q3/2026.

Hohe Energiepreise: Wer wechselt, spart

Eigentlich wäre zu erwarten gewesen, dass die Preise nach der Energiekrise 2022 wieder zurückgehen. Über den größten Teil des Erhebungszeitraums ist das jedoch nicht passiert. In den ersten neun Quartalen bewegte sich die Ersparnis bei Strom in einer Bandbreite von 26 bis 42 Prozent, bei Gas zwischen 26 und 44 Prozent – ohne erkennbaren Trend nach oben oder unten.

Erst in den beiden jüngsten Quartalen wurde sie geringer: Bei Strom auf 17,9 Prozent im zweiten und 19,8 Prozent im dritten Quartal 2026, bei Gas auf 18,7 und 27,3 Prozent. An der Grundkonstellation ändert das nichts. Auch im dritten Quartal 2026 war der günstigste Alternativtarif bei Strom in allen 36 Vergleichen günstiger als der beste Tarif des Landesversorgers, bei Gas in 26 von 27. Bei 2.600 kWh Strom beträgt die Ersparnis derzeit 233 Euro pro Jahr gegenüber der EVN, 168 Euro gegenüber Burgenland Energie und 118 Euro gegenüber Energie Steiermark. Bei 8.000 kWh Gas führt Burgenland Energie mit 300 Euro, gefolgt von Energie Steiermark (277 Euro) und EVN (222 Euro).

Wer wechsel, spart – mit nur extrem wenig Ausnahmen: Lediglich in zwölf von 693 Vergleichen war der Landesversorger günstiger, in drei Fällen lagen beide Angebote gleich. Diese Ausnahmen entfallen ausschließlich auf TIWAG beziehungsweise TIGAS und VKW. Der größte Preisvorteil eines Landesversorgers betrug 122 Euro pro Jahr, in den übrigen elf Fällen lag er unter 45 Euro.

Vergleich und Wechsel

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Gewerbe: gleiche Ersparnis, größere Beträge

Auch im Wechsel von Tarifen bei Gewerbestrom und Gewerbegas liegt ein enormes Sparpotential. Bei einem gewerblichen Jahresbedarf von 90.000 kWh betrugen die durchschnittlichen Mehrkosten beim Landesversorger 5.236 Euro pro Jahr bei Strom und 2.426 Euro bei Gas. Diese Werte liegen prozentuell auf dem Niveau der Haushalte, bei dem durchschnittlich höheren Verbrauch werden die Beträge aber natürlich größer.

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Langzeitauswertung von Energiepreisen

Unsere Zahlen beruhen auf unserer Langzeitauswertung, die elf Quartale seit Anfang 2024 umfasst: Für jedes der elf Quartale von Q1/2024 bis zum laufenden Q3/2026 wurde der jeweils günstigste Normaltarif jedes der neun Landesenergieversorger dem jeweils günstigsten österreichweit verfügbaren Normaltarif eines Alternativanbieters gegenübergestellt – über vier Strom- und drei Gas-Verbrauchsstufen. Das ergibt 693 Vergleichspaare. In 678 Fällen war der Alternativanbieter preislich niedriger, das entspricht 97,8 Prozent.

Zur Methodik: Verglichen wurden die Brutto-Energiepreise pro Jahr inklusive Rabatt im ersten Vertragsjahr, ohne Netzkosten und Abgaben. Herangezogen wurde je Quartal zu Quartalsbeginn der günstigste Normaltarif des jeweiligen Landesenergieversorgers (Wien Energie, EVN, Burgenland Energie, Energie Steiermark, KELAG, Energie AG, Salzburg AG, TIWAG bzw. TIGAS, VKW) im Vergleich zum jeweils günstigsten österreichweit verfügbaren Normaltarif eines Alternativanbieters. Dieser kann je Quartal ein anderes Unternehmen sein. Auswertungszeitraum: Q1/2024 bis Q3/2026, wobei 2026 die Quartale Q1 bis Q3 umfasst. Verbrauchsstufen Strom: 2.600, 7.500, 15.000 und 90.000 kWh; Gas: 8.000, 25.000 und 90.000 kWh. Alle Durchschnittswerte sind arithmetische Mittelwerte der Einzelvergleiche.

Zur Lesart der Zahlen: Alle Prozent- und Eurowerte beziehen sich auf den Energiepreis, nicht auf die gesamte Energierechnung. Netzentgelte und Abgaben sind anbieterunabhängig und von einem Wechsel nicht betroffen; auf die Gesamtrechnung bezogen fällt die Entlastung daher geringer aus. Die Prozentangaben beziehen sich jeweils auf den Energiepreis des Landesversorgers: „Um 32 Prozent günstiger“ bedeutet, dass der Alternativtarif um 32 Prozent unter dessen Energiepreis liegt.

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Über die Autorin
Geschrieben von Mag. Victoria Breitsprecher, MA
Mag. Victoria Breitsprecher, MA
Victoria ist Spezialistin für Telekommunikation, Technik und Energie bei tarife.at. Sie bringt hochkomplizierte Begriffe in eine verständliche Sprache. Zusätzlich ist sie als Redakteurin auch strenge Hüterin der Datenbank.