Es wird immer weniger klassisch telefoniert und es werden weniger SMS verschickt, dafür legt der Datenverbrauch zu. Auch bauen kleine Anbieter Marktanteile aus. Wir haben den Jahresbericht 2024 der RTR zusammengefasst.
Weniger Minuten, weniger SMS, mehr Daten
Knapp zwei Tage vertelefonieren wir durchschnittlich in Österreich pro Jahr. Das macht 2.676 Minuten pro Person in Österreich. Damit geht die Anzahl der Gesprächsminuten im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent zurück. Hier trifft dies Gesprächsminuten aus Festnetzen mit 12,2 Prozent stärker als Minuten aus Mobilfunknetzen mit 3,1 Prozent. Auch werden immer weniger SMS verschickt. Mit nur 920 Millionen sank die Anzahl der geschriebenen SMS um 14,4 Prozent. Sie werden vor allem noch in Notfällen und für die Zwei-Faktor-Authentifizierung verwendet.
Der Datenverbrauch betrug insgesamt 11.654 Petabyte . 6.707 Petabyte wurden über festes Breitband, 4.947 Petabyte über mobiles Breitband konsumiert. Damit stieg der Verbrauch gegenüber 2023 um satte 10 Prozent.
Dafür wird immer mehr über Messengerdienste wie WhatsApp telefoniert und geschrieben: Insgesamt fallen rund 35 Milliarden Minuten für 2024 darauf, also pro Person in Österreich etwas mehr als 64 Stunden. Das ist gegenüber 2023 ein Anstieg um 3,5 Milliarden Minuten oder rund 10 Prozent. 99 Milliarden Chatnachrichten wurden 2024 in Österreich über Messengerdienste versendet, um rund 5 Prozent mehr als letztes Jahr.
Ranking Österreichs Festnetz und 5G
Bei Breitbandanbindungen zuckelt Österreich weiterhin ganz Europa hinterher. Auch wenn sich die Performance Österreichs binnen eines Jahres verbessert hat, so hat sich an der schlechten Platzierung Österreichs innerhalb der EU (Platz 24 von 27) nichts geändert. Hinter Österreich rangieren nur Italien, Tschechien und Griechenland. Der EU-Durchschnitt bei der Verwendung von VHCN liegt bei 78,8 Prozent, wir erreichen nur 67,6 Prozent (2023 sogar nur 54,8 Prozent).
Immerhin liegen wir dafür bei 5G auf dem vierten Platz. Bei der 5G-Coverage erreichen wir eine Rate von 79,1 Prozent. Nur Finnland, Italien und Dänemark weisen eine noch höhere Durchdringung auf.
Kleine Mobilfunker bauen Marktanteile aus
Die großen Netzanbieter liegen an der Spitze: A1 mit einem Marktanteil von 36,3 Prozent, Magenta mit 25 Prozent und Drei mit 20,7 Prozent. Allerdings konnten mehrere kleinere Anbieter ihren Marktanteil insgesamt von 15,9 Prozent im Jahr 2023 auf 18,0 Prozent vergrößern. Auf Platz 4 liegt somit Hot mit 9,6 Prozent. Danach folgt spusu mit 5,2 Prozent Marktanteil. Die übrigen 3,2 Prozent Marktanteil entfallen auf kleinere Betreiber und MVNOs.
Mehr SIM-Karten
Ohne Berücksichtigung von M2M-Karten waren rund 13,75 Mio. SIM-Karten in Verwendung. Damit liegt die Penetrationsrate konstant bei 149,5 Prozent. Das heißt, dass auf zwei Personen durchschnittlich rund drei SIM-Karten kommen. M2M-Karten für Maschinenanwendungen haben ein Plus von 8,1 Prozent und liegen bei einer Anzahl von 23.803.
eSIM-Karten machten Ende 2024 rund 3,81 Mio. aller SIM-Karten aus (plus 0,3 Prozent). 5G-SIM-Karten stiegen im letzten Quartal um 13,1 Prozent auf rund 3,30 Mio. an.
Mehr Investment
2024 wurden im Telekombereich 4.273 Mio. Euro umgesetzt. Das ist gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme um 2,0 Prozent.
Rund 68 Prozent davon wurden im Bereich Mobilfunk umgesetzt, das waren im gesamten Jahr rund 2.901 Mio. Euro (plus 3,3 Prozent). Rund ein Viertel des Gesamtumsatzes wurde von Breitbandprodukten beigesteuert, das sind rund 1.053 Mio. Euro (plus 1,3 Prozent).
Die Gesamtinvestitionen steigen im Jahresvergleich um 3,2 Prozent auf 816 Millionen Euro an. 805,9 Millionen Euro davon investierten die österreichischen Betreiber in technische Infrastruktur.