Neue Zivilschutz-App ZIVA startet Testbetrieb

verfasst am 19.5.2026
Neue Zivilschutz-App ZIVA startet Testbetrieb

Der Österreichische Zivilschutzverband (ÖZSV) präsentiert die neue App ZIVA. Damit soll Gefahrenanalyse, personalisierte Vorsorge und Live-Warnungen ab September 2026 vereint sein.

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Die neue Zivilschutz-App ZIVA startet den Testbetrieb. Die App soll laut Zivilschutzverband in Europa einzigartig sein, da sie erstmals Gefahrenanalyse, personalisierte Vorsorgeempfehlungen und Echtzeit-Warnungen auf einer Plattform vereint.

Bevölkerungsschutz in Echtzeit

Das bedeutet, dass es im Bedarfsfall in einer App akute Warnmeldungen, klare Handlungsempfehlungen und vorbereitende Informationen geben soll. Die App soll per Push-Nachricht informieren, etwa über Gefahren wie Unwetter, Brände, Stromausfälle oder sicherheitsrelevante Ereignisse. Dazu soll es unmittelbare Verhaltensanweisungen. Ergänzend können standortbezogene Risiken (z. B. Hochwassergefährdung) abgerufen sowie personalisierte Vorsorge-Checklisten und Notfallanleitungen genutzt werden – etwa für Blackouts oder Evakuierungen.

ZIVA ergänzt bestehende Systeme wie AT-Alert zudem durch zusätzliche Funktionen, etwa die Möglichkeit, gezielt mehrere Standorte zu abonnieren. So weiß man auch, ob zum Beispiel Hochwasser am Standort der Eltern droht, die am anderen Ende von Österreich wohnen.

Mit ZIVA verbinden wir erstmalig öffentliche Gefahrenpläne und -warnungen mit konkreten und individuellen Handlungsempfehlungen. Wir begleiten die Menschen bei ihrer eigenen Vorbereitung und sorgen dafür, dass aus Information auch Sicherheit wird.

Andreas Hanger
Präsident des Österreichischen Zivilschutzverbandes

ZIVA soll ab September 2026 für Android und iOS verfügbar sein. Im Verlauf des Sommers folgt eine Web-Version, eingebunden in die neue Website des ÖZSV. Die App soll kostenlos und werbefrei sein.

Mehr als 120 Organisationen aus ganz Österreich dabei

Mehr als 120 österreichische Partnerorganisationen sind bereits an Bord. Mit diesen wurde die App gemeinsam entwickelt.

Beteiligt waren Bundesbehörden, darunter mehrere Ministerien, Fachabteilungen sowie GeoSphere Austria, ebenso wie Landesbehörden, also Katastrophenschutzabteilungen und Fachabteilungen aller Bundesländer. Aus dem Bereich der Einsatzorganisationen wirkten der Bundesfeuerwehrverband, das Rote Kreuz, der Samariterbund, die Johanniter, die Malteser und die Wasserrettung mit. Auch Wissenschaft und Forschung waren vertreten – unter anderem das DCNA, die BOKU Wien und die TU Wien. Darüber hinaus brachten Infrastruktur- und Versorgungspartner wie Wasser- und Abwasserverbände, Entsorgungsbetriebe, Verkehrsverbünde, APG und ASFINAG ihr Fachwissen ein. Behindertenorganisationen sorgten gemeinsam mit dem Entwicklungsteam für eine inklusive und barrierefreie Umsetzung.

Die Idee zu ZIVA entstand bereits Ende 2022 mit dem Ziel, die klassischen, gedruckten Broschüren zum Zivilschutz in einer modernen, digitalen Anwendung zusammenzuführen, die für jeden einfach und schnell abrufbar sind. 2024 erhielt das Projekt die notwendigen finanziellen Mittel für die Umsetzung.

In vier großen Workshops wurden Krisenszenarien gemeinsam mit den Organisationen durchgespielt und evaluiert. Das Ergebnis ist eine zentrale Empfehlungsdatenbank, die das inhaltliche Herzstück der App bildet.

Dieselben Partnerorganisationen, die ZIVA inhaltlich mitgestaltet haben, werden nun die App in der Beta-Version testen und ihr abschließendes Feedback einzubringen. Der finale Launch für die breite Öffentlichkeit ist für Anfang September 2026 geplant.

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Über die Autorin
Geschrieben von Mag. Victoria Breitsprecher, MA
Mag. Victoria Breitsprecher, MA
Victoria ist technische Redakteurin bei tarife.at. Sie bringt hochkomplizierte, technische Begriffe in eine verständliche Sprache. Unterstützung bekommt die Technik-Liebhaberin von ihrem Büro-Hund, Herr Baron 🐶.