Bei Strom und Gas werden mit Jänner 2026 die Netzentgelte wieder erhöht. Hier kann es zu regional starken Schwankungen im Preis kommen.
Während es bei Strom laut E-Control nur eine moderate Steigerung von rund 1,3 Prozent geben wird, soll die Steigerung bei Gas satte 18,2 Prozent ausmachen. Durchschnittlich zahlt ein österreichischer Haushalt daher rund 77 Euro mehr pro Jahr an Netzentgelten für Strom und Gas.
1,3 Prozent mehr Netzentgelt für Strom
Im Österreichschnitt werden die Stromnetzentgelte für Haushalte um rund 1,3 Prozent erhöht. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh soll die Netzkostenerhöhung für 2026 daher rund 5 Euro pro Jahr betragen.
Dies liegt unter anderem daran, dass 2025 die Gesamtkosten der Netze auf eine Summe von 3 Milliarden Euro anstieg. Diese werden über die Systemnutzungsentgelte finanziert. 2024 hatten die Kosten noch rund 2,5 Milliarden Euro betragen.
Ein Kostentreiber soll der gestiegene Investitionsbedarf sein, so die E-Control. Ein weiterer betrifft den Rückgang von Abgabemengen. So verteilen sich immer höhere Kosten auf immer geringere Mengen, was letztlich auch zu einer zusätzlichen Erhöhung führt.
20 Prozent günstigerer PV-Strom
Gleichzeitig betont man bei der E-Control, dass es auch positive Neuerungen bei den neuen Netzentgelten gäbe. Man möchte positive Anreize setzen, um Strom in Zeiten hoher PV-Erzeugung vorrangig zu verbrauchen. Ab dem kommenden Jahr soll es die Möglichkeit geben zwischen April und Oktober in der Zeit von 10 Uhr und 16 Uhr Strom zu einem um 20 Prozent verringertem Arbeitspreis aus dem öffentlichen Stromnetz zu beziehen.
Dies muss jedoch vom Haushalt beim Netzbetreiber extra beantragt werden. Nur Kund:innen, die die Einstellung „Opt-In“ am Smart Meter gewählt haben, benötigen den Antrag nicht, weil hier die Zustimmung zur Nutzung der Tageswerte bereits vorliegt.
Keine Sommer- und Winterentgelte mehr
Die längst veralteten Sommer- und Winter-Entgelte, sowie die Hoch- und Niederentgelte werden vereinheitlicht. Nun wird anhand eines einzigen Arbeitsentgelts verrechnet. Es gibt jedoch in manchen Netzbereichen (Steiermark, Graz, Tirol und Vorarlberg) eine Übergangslösung bis Ende März 2026 bestehen. Mit dem neuen ElWG ist davon auszugehen, dass mit der Novelle 2027 ohnehin eine neue Entgeltstruktur verordnet wird, so die E-Control.
26,8 Prozent mehr Netzentgelte für Gas
Beim Gas ist die Steigerung drastischer. Hier gibt es im österreichweiten Vergleich einen Anstieg von 18,2 Prozent im Vergleich zu 2025. Dies bedeutet deutlich erhöhte Kosten. Je nach Bundesland machen die Netzentgelte für Haushaltskund:innen rund 20 Prozent der gesamten Gasrechnung aus, der Rest entfällt auf die Kosten für die Gaslieferung sowie Steuern und Abgaben.
Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden, der mit Gas heizt, verteuern sich im österreichweiten Schnitt die Netzentgelte um 18,2 Prozent oder rund 72 Euro im Jahr.
Die E-Control macht hier die gesunkenen Abgabemengen verantwortlich, die nun höhere Kosten auf geringere Werte verteilen. Dies hat witterungsbedingte Gründe, aber es gibt auch immer weniger Haushalte, die Gas nutzen, und auch bei den Kraftwerken zur Stromerzeugung wird Gas immer weniger eingesetzt. Dazu kommt, dass die Kosten auch durch die Fernleitungsentgelte beeinflusst werden. Das Mengenrisiko wird seit dem vorigen Jahr von den Endkund:innen getragen, weshalb der Wegfall der Transitmengen deutliche Kostensteigerungen bei der Fernleitung nach sich ziehen. Besonders in den Bundesländern Steiermark, Kärnten, Burgenland und Niederösterreich steigen die Gasnetzentgelte überdurchschnittlich an. Zu einer Erhöhung der Entgelte kommt es aber österreichweit.