Die RTR hat ihren Jahresbericht 2025 fertiggestellt. Dabei liegt der Fokus naturgemäß auf der Tätigkeit als Schlichtungsstelle - aber auch auf der zukünftigen Abschaltung der Kupfernetze und 2G, sowie der abgeschlossenen 3G-Stilllegung.
3G Abschaltung
Bis Mitte 2025 schalteten alle österreichischen Mobilfunknetzbetreiber die Sendeanlagen mit 3G-Technologie ab. Die Abschaltung erfolgte dabei nicht auf einen Schlag, sondern es wurden vordefinierte Regionen hintereinander abgeschaltet.
Geplante Abschaltungen von 2G und Kupfer
Obwohl 2G gegenüber 3G der ältere Mobilfunkstandard ist, wird uns diese Technologie voraussichtlich noch etwas begleiten. Diese ist nicht nur besonders wichtig für Telefonie, sondern auch für Alarmanlagen. Ein konkretes Datum für eine Abschaltung von 2G in Österreich haben die Netzbetreiber daher noch nicht genannt. Ein mögliches Ende könnte es aber 2030 geben, so die RTR. Zuvor müssen aber alle möglichen Probleme ins Auge gefasst werden: Die Abschaltung von 2G war etwa in Australien und Schweden für Notrufe problematisch. Aus deren Erfahrungen möchte man lernen.
Die Europäische Kommission hat erklärt, dass bis 2030 alle Haushalte und Unternehmen an ein Gigabit-Netzwerk angeschlossen werden sollen. Dafür ist der Glasfaserausbau in der EU zu beschleunigen. Mit dem Entwurf des Digital Networks Act (DNA) sollen nun EU-weit Fristen für die Abschaltung der alten Kupfernetze festgelegt werden. In Gebieten mit bestimmten Voraussetzungen müssen die Mitgliedstaaten die Kupferabschaltung bis Ende 2035 anordnen, während die Frist für verbleibende Gebiete auf Ende 2039 festgesetzt ist. Die Voraussetzungen für eine Abschaltung 2035 sind, dass mindestens 95 Prozent der Gebäude im betreffenden Gebiet durch ein Glasfasernetz erschlossen sein müssen, oder zumindest erschwingliche Breitbanddienste in vergleichbarer Qualität verfügbar zu sein haben.
Danach sollen in einer zweiten Phase die Kupfernetze auch in allen anderen Regionen abgeschaltet werden, außer wenn der Glasfaserausbau dort nicht wirtschaftlich tragfähig ist und es keine dem Kupfernetz vergleichbaren alternativen Anschlussarten gibt.
Alle Mitgliedsstaaten sollen daher einen Plan für den Übergang zu Glasfaser erarbeiten und vorlegen, der Informationen zum Ausbau der Netze enthält. Bis zum 30. Juni 2034 ist eine jährliche Aktualisierung des Plans erforderlich, um den Fortschritt zu dokumentieren und um Abschaltungen in neuen Gebieten anordnen zu können.
Streitfälle bei der RTR
Im Bereich Telekomunikation blieben die Streitfälle mit einem Plus von 0,1 Prozent nahezu auf dem gleichen Niveau des Vorjahres. Es waren 1.584 Fälle, zuzüglich 83 Medien-Fälle. Die Einigungsquote liegt bei 79 Prozent.
Die häufigsten Streitpunkte betreffen Entgeltstreitigkeiten (758 Fälle), Vertragsschwierigkeiten (638 Fälle) und die Netzqualität Mobil (95 Fälle). Rund die Hälfte der Streitfälle entfallen auf Nichtentgeltstreitigkeiten (51,8%), ansonsten geht es am häufigsten um einen Betrag zwischen 20 und 150 Euro (20,9%). Nur selten geht es um Beträge über 1.000 Euro (3,4%).
Die RTR listet mehrere Anbieter zusammen auf, fasst allerdings die Marken stets zusammen. Etwa wird A1 mit den eigenen Marken wie bob, yesss! und anderen zusammengefasst. Hier entfallen 716 Fälle auf A1, 452 Fälle auf Magenta, 308 auf Drei, 11 sowohl auf Sky, als auch auf HD Austria. Sonstige Anbieter wurden mit 169 Fällen zusammengefasst. Die Marke yesss! (A1) hat mit 90 Prozent die höchste Einigungsquote erzielt, während Hutchison mobil (Drei) mit 62 Prozent die niedrigste Einigungsquote aufweist. Zwischen diesen beiden Werten liegen alle anderen Anbieter.
Pläne gegen Spoofing-SMS
Leider werden betrügerischen Anrufen und SMS im Vergleich zu den beiden Vorjahren wieder häufiger. Besonders auffällig ist der Anstieg bei SMS. 2025 gab es laut RTR 19.564 betrügerische Anrufe, 10.205 betrügerische SMS, 1.978 Mal wurde Missbrauch der eigenen Rufnummer gemeldet und 141 betrügerische Whatsapp-Nachrichten.
Als Ursache sieht die RTR, dass durch die Antispoofingverordnung bei Telefonanrufen, Betrügende nun scheinbar vermehrt vom Anruf- auf den SMS-Betrug umgestiegen sind. Auch ist Spoofing mit österreichischen Telefonnummern im Ausland noch immer möglich. Vor allem in Deutschland verwenden Betrüger:innen gerne österreichische Telefonnummern missbräuchlich. Für die betroffenen österreichischen Nutzer:innen der Telefonnummern kann dies sehr unangenehm werden, insbesondere wenn deren Telefonnummern auf Warnlisten von Antispamtools landen. Zumindest gab es aber eine deutliche Eindämmung gegenüber 2022 bei den Anrufen.
Doch die Maßnahme greift eben nicht beim SMS-Spoofing. Hiergegen hat die RTR Ende 2025 einen Verordnungsentwurf erarbeitet, der die Authentizität der Absenderkennung sicherstellen soll. Mit dem Inkrafttreten der Verordnung sollen es nun sicherer sein, dass eine SMS z. B. von der eigenen Hausbank auch tatsächlich von dieser versendet wurde. Die geplante Verordnung soll laut RTR noch 2026 wirksam werden.