Augen auf beim Sozialtarif fürs Handy: Rund ein Viertel bietet 5G und unbegrenztes Datenvolumen, andere dagegen inkludieren gar keines. Gleichzeitig lässt sich auch bei Strom sparen.
Wer vom ORF-Beitrag befreit ist, hat Anspruch auf Sozialtarife: Das betrifft seit 2001 den Handytarif und, seit April 2026 neu, den gedeckelten Strompreis. Eine einkommensschwache Familie mit zwei Kindern kann damit rund 400 Euro pro Jahr einsparen. Doch rund ein Drittel aller Berechtigten nimmt die Sozialtarife gar nicht in Anspruch.
Unbegrenztes Datenvolumen und 5G? Nicht bei allen
Ein Vergleich lohnt sich, denn nicht alle Sozialtarife bieten dieselben Leistungen: Die Höhe von Datenvolumen, die Anzahl der inkludierten Minuten/SMS, 5G-Verfügbarkeit und die Nutzbarkeit im Ausland variieren teils erheblich.
So ist bei manchen unlimitiertes Datenvolumen erhältlich, bei anderen ist gar keines inkludiert. Rund ein Viertel der Sozialtarife verfügen über ein unbegrenztes Datenvolumen: Rund die Hälfte (56,36 Prozent) verfügt über ein Datenvolumen von 100 GB oder mehr, etwas über ein Viertel (25,45 Prozent) sogar über ein unbegrenztes Datenvolumen.
Schaut es bei allen Tarifen so stark aus? Leider nein. Fast jeder Fünfte (18,18 Prozent) hat damit weniger als 10 GB, fast jeder zehnte Sozialtarif (9,09 Prozent) sogar gar kein inkludiertes Datenvolumen.
Auch bei 5G gibt es erhebliche Unterschiede: Rund die Hälfte der Tarife sind 5G-fähig (52,73 Prozent).
Für Verwirrung sorgt: Nicht alle Anbieter am österreichischen Mobilfunkmarkt haben eine Vereinbarung mit dem Ministerium geschlossen und daher bieten auch nicht alle Sozialtarife an.
Wie funktioniert der Sozialtarif?
Der offiziell „Zuschussleistung zum Fernsprechentgelt“ genannte Betrag von bis zu 12 Euro pro Monat wird direkt von der Handyrechnung abgezogen. Bei Anbietern mit dediziertem Sozialtarif ist der Tarif damit für Berechtigte kostenlos oder vergünstigt einen regulären Tarif.
Günstiges Handy und Strom
Doch nicht nur der Handytarif ist damit vergünstigt oder gratis – es gibt auch einen Sozialtarif für Strom. ORF-Beitragsbefreite zahlen für den Energieanteil einen gedeckelten Preis von 6 Cent netto pro Kilowattstunde bis zu einer Grenze von 2.900 Kilowattstunden pro Jahr.
Wer mehr verbraucht, zahlt für den darüberhinausgehenden Anteil den oberen Referenzwert, der aktuell (Q3 2026) bei 10,18 Cent netto pro Kilowattstunde liegt. Doch Achtung: Netzentgelte, Steuern und Abgaben kommen zusätzlich hinzu. Praktisch ist hier: Ein separater Antrag ist nicht notwendig – die OBS informiert den Stromlieferanten direkt.
400 Euro und den ORF-Beitrag sparen
Wir haben eine Durchschnittsfamilie herangezogen, um hier feste Zahlen präsentieren zu können: Eine Familie mit zwei Kindern und einem Haushaltsnettoeinkommen unter der OBS-Grenze für Vier-Personen-Haushalte (2.764 Euro) mit einem Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden pro Jahr. Da pro Haushalt nur ein Handy befreit sein kann, haben wir in der Berechnung auch nur eines berücksichtigt.
Beim Handy führt der Zuschuss von 12 Euro pro Monat zu einer Ersparnis von rund 144 Euro im Jahr. Beim Strom senkt die Reduktion des Energiepreises die Kosten um rund 255 Euro. In Summe ergibt das eine Ersparnis von fast 400 Euro pro Jahr allein bei Handy und Strom.